Märkte am Morgen: Getreide

Ägypten wirbt um Vertrauen


Weizen: Die Weizenmärkte folgten am Mittwoch keiner einheitlichen Linie. In Chicago gaben die Notierungen leicht nach. Der Dezember verlor 2,4 Cent auf 4,35 US-$/bushel. An der Matif ging der Frontmonat mit einem kleinen Plus von 50 Cent bei 161,75 €/t aus dem Handelstag. Die Kursschwankungen in Paris bleiben damit gering. Seit einer Woche bewegt sich der Dezember in einem schmalen Seitwärtskanal zwischen 161 und 162 €.

Dem Markt fehlen weiter Impulse. Die Prognosen der Händler für die US-Exporte in der vergangenen Woche liegen bei 300.000 bis 500.000 t, das wäre weniger als in der Woche zuvor mit 615.000 t. Noch wird vorwiegend Weizen aus der Ernte 2016 vermarktet. Aus der Neuen Ernte gingen erst 30.000 t in den Export.

Ägypten will für seine Lieferanten in einem Leitfaden alle Regelungen für Weizenimporte zusammenfassen. Darin sollen alle Spezifikationen, Verfahren und Vorschriften erläutert werden. Die Regierung will damit die verunsicherten Exporteure beruhigen. In den vergangenen Monaten hatte es bei einigen Weizenlieferungen Probleme bei der Einfuhr nach Ägypten gegeben, unter anderem weil sie Mohnsamen enthielten. Die Lieferanten hatten auf die uneinheitliche Inspektionsverfahren mit Risikoprämien reagiert. Der Leitfaden enthält laut Regierungsangaben keine neuen Regelungen.

Im europäischen Teil Russlands sorgten Niederschläge und überdurchschnittliche Temperaturen für eine gute Entwicklung des Wintergetreides. Auf die Ernte der wenigen noch verbliebenen Flächen wirkte sich der Regen dagegen negativ aus. Teilweise waren die Felder wegen Staunässe nicht zu befahren.

Ukrainische Landwirte haben 5,8 Mio. h Winterweizen für die Ernte 2018 gesät, das sind 94 Prozent der erwarteten Fläche von 6,15 Mio. ha, teilte das Landwirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Für Wintergerste wird eine Fläche von 926.000 ha erwartet, für Roggen sind es 161.000 ha. Das Ministerium hofft 2018 auf eine Getreideernte von 61 bis 63 Mio. t das wäre mehr als in diesem Jahr und würde aber unter dem Rekordergebnis aus dem Jahr 2016 (66 Mio. t) liegen. In diesem Herbst wurden bisher von 85 Prozent der Flächen 49,8 Mio. t Getreide geerntet. Die Erträge liegen mit 3,99 t/ha niedriger als 2016 (4,26 t/ha).

Mais: Auch Mais präsentierte sich in Chicago am Mittwoch leicht schwächer. Der Dezember verlor 1,6 Cent auf 3,51 US-$/bushel. In Paris konnte sich Mais etwas erholen. Mit einem Plus von1,25 € erreichte der Dezember bei 148 €/t den höchsten Stand seit einer Woche. Die Ethanolproduktion liegt in den USA etwas über der Vorjahreslinie, die Bestände sind leicht gesunken.

Euro/US-Dollar: Heute will sich die EZB zu ihrer weiteren Geldpolitik äußern. Im Vorfeld stieg der Euro heute Morgen auf 1,1825 US-$. (SB)
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