Anbaupläne

Argentiniens Farmer geben Gas

Auftrieb
Seitdem in Argentinien Präsident Mauricio Macri regiert, schnuppert die Agrarwirtschaft Morgenluft. Der im Dezember 2015 beschlossene Abbau von Exportsteuern für Mais und Weizen lässt Farmer und Vermarkter auf Umsatz hoffen. Vor allem auf die Weizenausfuhren richten sich große Erwartungen Sie könnten sich bis 2018/19 auf 11 Mio. t mehr als verdoppeln. Argentinien hatte bereits vor zehn Jahren regelmäßig solche Weizenmengen exportiert. Deswegen zählt das Land traditionell zu den „Big five“ der globalen Weizenexporteure, obwohl es schon vor Jahren durch Russland und die Ukraine überholt worden ist. (db)
Mais und Weizen sind die Gewinner bei der bevorstehenden Aussaat in Argentinien, die dort von Mai bis August stattfindet. Dagegen könnte es einen leichten Rückgang der Sojafläche geben, prognostiziert das argentinische Büro des US-Agrarministeriums (USDA). Grund ist der Abbau der Exportsteuern. Viele Farmer werden statt Soja in Monokultur wieder auf Fruchtwechsel setzen, vermuten die Mitarbeiter des USDA-Büros. In der Vorgängerregierung unter Cristina Kirchner war durch das Verhältnis der Exportsteuern der Sojaanbau einseitig bevorzugt worden. Jetzt sind außerdem alle argentinischen Exporte am Weltmarkt durch den schwachen Peso-Kurs begünstigt.

Maisfläche wächst um 1 Mio. ha

Die Fachleute in Buenos Aires rechnen in der kommenden Saison mit 1 Mio. ha mehr Mais. Die argentinische Fläche könnte um fast ein Drittel auf 4,2 Mio. ha wachsen. Da jedoch die Erträge nicht wieder so hoch sein werden wie in der laufenden Saison, errechnet sich bei Trenderträgen eine Erzeugung für die Vermarktung im Wirtschaftsjahr 2016/17 von 31,5 Mio. t. Das wäre der höchste jemals erreichte Level und 17 Prozent mehr als in der laufenden Saison. Die Maisexporte könnten um 19 Prozent auf 21,5 Mio. t zunehmen. Damit würden die Argentinier in der Weltrangliste wieder Platz 3 – hinter den USA und Brasilien, aber noch vor der Ukraine – einnehmen.

Viel Weizen bleibt im Land

Der Hafen Rosario ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Agrarexporte.
-- , Foto: Antares Servicios Marítimos
Der Hafen Rosario ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Agrarexporte.
Weiterer Gewinner des Regierungswechsels ist der Weizenanbau, der in den vergangenen Jahren regelrecht darnieder lag. Die Fläche könnte um 27 Prozent auf 4,8 Mio. ha anwachsen. Um den gleichen Prozentsatz wird nach den Hochrechnungen die Erzeugung auf 14,0 Mio. t zulegen. Hier vermuten die US-Agrarexperten jedoch, dass 2016/17 ein Großteil der Mehrerzeugung im Inland verbraucht wird. Die Weizenexporte könnten aber immerhin um 7 Prozent auf 7,5 Mio. t zulegen. Bis vor etwa zehn Jahren hatte das Niveau bei mehr als 10 Mio. t gelegen, war aber in den Folgejahren deutlich Richtung 5 Mio. t abgesackt.

Sojafläche schrumpft

Verlierer ist Soja. Die Fläche soll um 3 Prozent schrumpfen. Mit 19,6 Mio. ha bleiben die Bohnen in der kommenden Saison aber nach wie vor die bedeutendste Ackerkultur Argentiniens. Die Erzeugung könnte nach den ersten Hochrechnungen um 10 Prozent auf 54 Mio. t für die Vermarktungssaison zurückgehen. (db)
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