Die Ernte 2016 ist so gut wie beendet. Nur noch in wenigen Gebieten Norddeutschlands wird Weizen vom Feld geholt. Die hochsommerlichen Temperaturen bescherten einen versöhnlichen Abschluss der Ernte 2016. Immerhin konnten sich die Landwirte in den vergangenen Tagen die Trocknungskosten beim Weizen sparen. Dafür waren in einigen Regionen Ostdeutschlands die Proteinwerte ernüchternd. Nicht immer konnten die erhofften Werte beim E-Weizen und auch beim A-Weizen erreicht werden. Die Mühlen suchen regelrecht nach A-Weizen. Wer gute Werte geerntet hat, lagert jetzt ein oder hat die Ware schon getrocknet und weggepackt. Man hofft auf einen kurzfristigen Preisanstieg, der sich in den kommenden Monaten einstellen könnte. Für September/Dezember werden aktuell um die 150 €/t aufgerufen. Mehr ist derzeit nicht drin. Denn mittlerweile ist allen klar, zunächst wird Russland das Rennen machen. Gerade nachdem sich das Land jetzt auch den aktuellen Ägypten-Tender geschnappt hat.

Derzeit steht die Rapsaussaat an. In Mitteldeutschland wollen einige Landwirte den Rapsanbau ausdehnen. Hier wird noch mehr Luft nach oben gesehen als beim Weizen. Raps der Ernte 2016 ist weitgehend mit Kontrakten abgesichert. An der Matif kann sich gerade noch Raps zum Wochenauftakt halten. Der Novemberkontrakt notiert fast unverändert zum vergangenen Freitag bei 374,00 €/t.

Dafür muss Weizen heute tüchtig Federn lassen. Paris kann sich am Montagvormittag nicht mehr gegen die schwachen Vorgaben aus Chicago wehren. Hier gaben die Weizenkurse am Freitag mit einem Minus von bis knapp 18 Cent/bushel kräftig nach und bewegen sich damit auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren und markierten neue Kontrakt-Tiefststände. Zur Mittagsstunde verliert der Weizentermin September um 3,75 €/t und rutscht auf 154,75 €/t. Nicht viel besser sieht es im Dezember aus: da steht ein Minus von 2,50 €/t auf 161,50 €/t. (da)
stats