Märkte am Morgen: Getreide

Ägypten kauft am Schwarzen Meer

Weizen: Der internationale Weizenmarkt steht weiter unter dem Eindruck eines großen Angebotes in der Schwarzmeerregion. Der staatliche ägyptische Getreideeinkäufer GASC gab am Dienstag bekannt, dass das Land in einer internationalen Ausschreibung 295.000 t Weizen zur Lieferung im Oktober gekauft hat. Davon würden 235.000 aus Russland und 60.000 t aus der Ukraine geliefert. Reuters berichtet unter Berufung auf Händler von cif-Preisen zwischen 200 und 202 US-$/t. Die Ukraine ist gut in das aktuelle Vermarkungsjahr gestartet. Bis zum 23. August wurden bereits 2,4 Mio. t Weizen exportiert, das waren 3,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

In den USA kommt die Sommerweizenernte schneller voran als in den Vorjahren. In Chicago bereiten sich die Händler bereits auf das lange Wochenende vor. Wegen des Labor Days bleiben die Börsen am Montag geschlossen. Positionsbereinigungen sorgten am Dienstag an der CBoT für leicht steigende Kurse. Spekulanten wollen sich am langen Wochenende nicht von unerwarteten Wetterentwicklungen überraschen lassen.

Der Dezember-Future legte am Dienstag und 1,6 Cent auf 4,30 US-$/bushel zu. Auch heute Morgen sind die Vorgaben aus den USA mit Kursgewinnen von knapp 3 Cent freundlich. Ungeachtet des niedrigen Preisniveaus planen die US-Farmer nach einer ersten Umfrage von Farm Futures für die Ernte 2018 eine Ausdehnung der Weizenflächen um 5,4 Prozent. Überraschend ist dieses Ergebnis nicht, denn die Weizenfläche war zur Ernte 2017 auf einen historischen Tiefststand geschrumpft.

Der Weizenmarkt in der EU leidet unter dem starken Euro und dem drückenden Angebot aus Russland. Der September schloss bei 152 €7t um 50 Cent im Minus, der Dezember verlor 75 Cent auf 157,50 €/t.

Mais: Die laufende Maisernte in den USA setzt die Notierungen in Chicago unter Druck. Der September gab gestern um 2,4 Cent auf 3,33 US-$/bushel nach. Vom Wirbelsturm Harvey werden keine spürbaren Auswirkungen auf die US-Maisbilanz erwartet. In den am stärksten betroffene Bundesstaaten war bereits vor Beginn des Sturms ein Teil geerntet worden. In Texas (54 Prozent) und Louisiana (87 Prozent) waren bereits mehr als die Hälfte der Flächen geräumt, bevor die schweren Regenfälle einsetzten. Stark eingeschränkt bleiben die Transport- und Verladearbeiten. Durch den Starkrege wurden Bahnlinien unterspült, was den Gütertransport für längere Zeit behindert.

Aktuelle Bonituren der Bestände im Corn Belt zeigen ein uneinheitliches Bild, geben aber insgesamt weder den Bären noch den Bullen Auftrieb. Eine Umfrage von Farm Future ergab, dass die US Farmer den Maisanbau zur Ernte 2018 gegenüber 2017 um 2,1 Prozent ausdehnen wollen.

Euro/US-Dollar:
Der Euro stieg am Dienstag zwischenzeitlich auf 1,2070, das war der höchste Stand seit Januar 2015. Bis zum Abend rutschte der Euro aber wieder knapp unter die Schwelle von 1,20 Dollar. Heute Morgen steht der Euro mit 1,1978 leicht im Plus. (SB)
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