Märkte am Morgen: Getreide

Ägypten pfeift auf US-Weizen

Weizen: Ägypten hat seinen Tender für US-Weizen ohne ein einziges Pfund zu kaufen, wieder geschlossen. Die Ägypter pfeifen auf den 100-Mio. Dollar-Kredit der USA, denn der US-Weizen ist trotz der eingeräumten Kreditlinie zu teuer. Agenturberichten zufolge war die billigste Offerten für den US-Weizen noch 60 US-$/t teurer, als die jüngsten Käufe Ägyptens in Frankreich und Rumänien. Die Weizenkurse in Chicago gaben daraufhin für die vorderen Termine bis zu 9 Cents/Bushel nach.
 
An der Matif bewegten sich Weizen ebenfalls mit roten Vorzeichen. Der März schloss 2,25 €/t schwächer und fiel auf 185,75 €/t ab. Neben den schwachen Vorgaben aus Chicago drückte die vorübergehende Schließung des englischen Ethanol-Werkes Ensus durch Cropenergies auf die Stimmung. Die Ethanol-Fabrik wäre bei voller Auslastung für eine Verarbeitung von 1 Mio. t Weizen jährlich gut gewesen.
 
Frankreich hat seine Exportprognose für die diesjährige Kampagne für Weizen um 1 Mio. t auf 9,8 Mio. t angehoben. Dadurch werden die französischen Weizen-Endbestände mit 3,6 Mio. t voraussichtlich nicht so hoch ausfallen, wie vor noch kurzem taxiert. Für die laufende Ernte wurden in Frankreich die Weizenfläche um 2,7 Prozent und der Gerstenanbau um 3,1 Prozent ausgedehnt, berichtet das französische Getreideamt AgriMer.
 
Russland will lokalen Presseberichten zufolge im März seine Entscheidung über Exportrestriktionen noch einmal überprüfen. Die Ukraine hat bis zum Wochenanfang 9 Mio. t Weizen exportiert und die Marke von 23 Mio. t für die gesamten Getreide-Ölsaatenexporte getoppt.
 
Mais: Mais geriet in Chicago in den Strudel des schwachen Weizens und wurde von Gewinnmitnahmen gebeutelt. Die Kurse gaben bis zu 6 Cents/Bushel für die alte Ernte nach. Rückläufige Ethanol-Preise und eine Korrektur der Rohölnotierungen sowie die guten Aussichten für die südamerikanischen Maisernten drückten auf die Stimmung. In Brasilien verzögert sich die Aussaat für die zweite Maisernte erheblich. Gegenüber dem Vorjahr konnten aufgrund der schleppenden Sojabohnenernte erst die Hälfte der geplanten Maisflächen bestellt werden.
 
In Paris gaben die Maisnotierungen für März leicht, für die späteren Termine der laufende Kampagne aber bis zu 1,50 €/t nach. In der Ukraine zeichnet sich für dieses Jahr eine rückläufige Maisanbaufläche von 7 Prozent ab. (St)
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