Märkte am Morgen: Getreide

Ägypten verunsichert Exporteure

Weizen: In Ägypten droht eine Weizenlieferung aus Rumänien gestoßen zu werden. In einem Schiff mit 63.000 t Weizen wurden Mohnsamen gefunden. Eine Entscheidung darüber, ob die vom staatlichen Getreideeinkäufer GASC gekaufte Ware importiert werden darf, haben die Behörden noch nicht gefällt. Unter internationalen Händlern sorgt der Fall für Verunsicherung. Ägyptische Behörden hatten in der Vergangenheit mit einer Null-Toleranz-Politik bei Mutterkorn den Unmut des Handels auf sich gezogen. Sollten die rumänische Lieferung entgegen international üblicher Praktiken angelehnt werden, könnte das Händler veranlassen, von Exporten nach Ägypten abzusehen.

Der internationale Weizenmarkt stand am Dienstag weiter unter Druck. In Chicago verlor der September-Future weitere 7,25 Cent und schloss bei 4,02 US-$/bushel so niedrig wie zuletzt im Dezember 2016. In den vergangenen sechs Wochen hat Weizen an der CBoT damit knapp 30 Prozent verloren. Auch in Europa ist noch kein Boden gefunden. Der Dezember markiert bei Verlusten von 75 Cent ein neues Kontrakttief und durchbricht mit 159,25 €/t erstmals die 160-Euro-Marke.

In Russland schätzt die Beratungsorganisation Ikar die Weizenernte um 2 Mio. t höher als bisher auf 79 bis 82 Mio. t und liegt damit deutlich über der jüngsten Schätzung im Wasde des USDA von 77,5 Mio. t.

Mais: Auch die Mais-Notierungen gaben in Chicago weiter nach. Der September verlor 3 Cent auf 3,46 US-$/bushel. Die Entwicklung der Maisbestände in den USA ist regional unterschiedlich. Insgesamt zeigt sich aber keine Veränderung.

Belastet wird der Maismarkt durch ein großes Angebot in Brasilien. Die Analysten von Safras Mercado schätzen, dass erst 40,4 Prozent der zweiten Maisernte verkauft wurden. Im vergangenen Jahr waren zum gleichen Zeitpunkt bereits 68,5 vermarktet. Der Erntefortschritt bleibt mit 86,8 Prozent hinter dem Vorjahr zurück (95,7 Prozent). In den ersten 14 Werktagen im August exportierte Brasilien 3,3 Mio. t Mais, das war fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des brasilianischen Handelsministeriums lag der Durchschnittspreis bei 155,50 US-$/t, das waren 1,2 Prozent mehr als im Juli und 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Euro/Dollar:
Der Euro gab gestern um einen halben Cent auf 1,1765 US-$ nach. (SB)
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