Internationale Weizenmärkte

Ägypten will Selbstversorgung verbessern

Die ägyptische Regierung unternimmt zurzeit erhebliche Anstrengungen, um die Logistik beim Getreidetransport zu verbessern und die Silokapazitäten zu erhöhen. Nach einem online-Bericht der Oxford-Business Group hat Ägypten einen jährlichen Weizenbedarf zwischen 15 und 20 Mio. t und muss jedes Jahr rund 10 Mio. t importieren.

Die jährlichen Weizenimporte stellen eine erhebliche Belastung der Währungsreserven Ägyptens dar, denn ein Großteil 4,6 Mrd. US-$, die der Staat jährlich für Lebensmittelimporte ausgibt, entfällt  auf Getreide und vor allem auf Weizen.
 
Um die Abhängigkeit von den Weizenimporte zu verringern, hat die ägyptische Regierung zwar versucht die Produktivität der inländischen Weizenerzeugung zu erhöhen, doch die Möglichkeiten sind aufgrund knapper Wasserressourcen und fehlender Flächen äußerst begrenzt.

Da jährlich etwa 1 bis 1,6 Mio. t Weizen aufgrund der mangelhafter Infrastruktur verloren gehen, will die Regierung den Lagerraum des Landes um 1,5 auf 4,5 Mio. t erweitern. Finanziell wird Ägypten dabei von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt, die entsprechende Gelder bereitgestellt haben.
 
Im Mai wurden in der Hafenstadt Alexandria bereits neun neue Silos mit einem Lagerraum von 45.000 t in Betrieb genommen. Ägypten sei schon auf dem besten Weg, 4,4 Mio. t Weizen von den lokalen Märkten aufkaufen zu können, heißt es in der Meldung. Dies entspricht schätzungsweise der Hälfte der gesamten ägyptischen Weizenernte.

Dem Bericht zufolge gibt es zudem Überlegungen, die Beschränkungen bei Weizenimporten von 13 Prozent Feuchtigkeit wieder zu erleichtern. Sollten diese Pläne umgesetzt werden, könnte auch Frankreich wieder bei den kommenden ägyptischen Einzelausschreibungen mitbieten. (St)
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