Frühkartoffeln

Ärger über spanische Knollen

Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) deckt sich weiterhin flächendeckend mit billiger Importware aus Spanien ein, obwohl deutsche Ware in ausreichender Menge zur Verfügung steht, kritisiert Eberhard Hartelt. Aus Sicht des Präsidenten des Bauen- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), ist dies eine Entscheidung gegen die vom Verbraucher gewünschte Regionalität. Der LEH werde so dem Anspruch an eine nachhaltige Produktion nicht gerecht. Er appelliert deshalb an die Handelsunternehmen, ihre gegenüber den Kunden propagierten Regionalitätsversprechen einzulösen und mehr deutsche Frühkartoffeln ins Sortiment zu nehmen.

Erzeuger auf verlässliche Partner angewiesen

Auch für die Erzeuger sei die derzeitige Sortimentsgestaltung des LEH äußerst unbefriedigend. Diese seien in immer volatileren Märkten auf verlässliche Partner angewiesen. Nur so könne eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Anbauplanung durchgeführt werden. Die Produktionsvorgaben des LEH an deutsche Kartoffelerzeuger seien in den vergangenen Jahren immer wieder ausgeweitet worden, was zu steigenden Kosten geführt habe. Deshalb sei der LEH jetzt in der Pflicht die Ware auch abzunehmen, so Hartelt. Stattdessen sei das einzige Kriterium im Einkauf der Preis, bei dem die heimischen Produzenten nicht mithalten können. Auch müsste ausländische Ware in den meisten Fällen nicht die gleichen hohen Standards erfüllen wie deutsche. Hier sieht der BWV-Präsident eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der hiesigen Betriebe.

Große Erntemenge in Spanien

In Spanien war die Anbaufläche in diesem Jahr deutlich ausgeweitet worden und zusätzlich lagen auch die Erträge über den Erwartungen. Da aber entsprechende inländische Absatzkanäle fehlen, werden die Kartoffeln zu Niedrigstpreisen auch auf dem deutschen Markt angeboten, beklagt der BWV. (SB)
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