Märkte am Morgen: Getreide

An den Börsen geht die Post ab

Weizen: Die anhaltende Trockenheit in den nördlichen Plains in den USA und Kanada ist der entscheidende Faktor, warum die Notierungen am Montag so durch die Decke gingen. Auch an der Liffe kratzt Futterweizen an der psychologisch wichtigen Marke von 150 Pfund/t. In den USA spitzt sich der Regenmangel zu und es besteht die Sorge, dass sich die Trockenheit auf den Corn-Belt ausdehnt. Betroffen davon sind besonders der US-Qualitätsweizen Hard Red Winter sowie Sommerweizen. Öl gossen ins Feuer heute noch Berichte, wonach der wöchentliche Bestandsbericht des US-Landwirtschaftsministerium (USDA) sehr schwach ausfallen dürfte. Er wurde wegen des heutigen Independence Day auf Mittwoch verschoben. 

Für Unterstützung an den Börsen sorgte die Mitteilung des USDA, dass Exporteure 70.000 t Hard Red Winter sowie 70.000 Soft Red Winter an einen "unbekannten" Käufer veräußert hätten.

Die Börse in Chicago schloss am Montag wegen des bevorstehenden Feiertags bereits gegen 12 Uhr Ortszeit. Der Juli-Weizen an der CBoT schloss mit 5,36 US-$/bushel um 25,75 Cent/bushel höher als am vergangenen Freitag. EU-Weizen an der CME verbesserte sich ebenfalls um fast 2 Prozent auf 185,00 €/t. Kurzzeitig kam es zum Limit-up in Chicago.

Die nervöse Stimmung an den Börsen bekommt zusätzlich Auftrieb, da auch Australien Wetterprobleme meldet. Die National Australia Bank rechnet in ihrer Ernteprognose vom Montag mit einem 5-Jahres-Tief der australischen Weizenernte wegen der Trockenheit.

Regenfälle am Wochenende in der EU haben wieder für etwas Entspannung bei den Kulturen gesorgt. Doch in einigen Regionen hat sich die Bodenfeuchtigkeit nur geringfügig verbesssert, so in Nordfrankreich, Westdeutschland, Südostpolen, Spanien und Mittelitalien. In den kommenden Tagen soll das Wetter warm und trocken bleiben, lauten die Vorhersagen. An der Matif in Paris dürfte September-Weizen heute die 180,00-Euro-Marke knacken. Am Montag schloss der September bei 179,75 €/t. Der Dezember-Kurs legt um 3,75 auf 185,50 €/t zu.

Mais: Grüne Vorzeichen kennzeichneten am Montag die Schlusskurse an der CBoT, wenn auch nicht so ausgeprägt wie beim Weizen. Weltweit hohe Bestände begrenzen die Gewinne. Der Juli-Kontrakt geht mit 3,78 US-$/bushel aus dem Handel. Heute sind die US-Börsen wegen des Independence Day geschlossen. Nach Angaben des USDA verkauften Exporteure 114.300 t nach Mexiko, davon werden 22.860 t 2017/18 geliefert und 91.440 t 2018/19.

In Paris folgt Mais nicht in voller Höhe dem Weizen und schließt bei 175,75 €/t. (da)
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