Westdeutscher Börsentag

Angst vor Fusarien wächst

Reger Austausch der Börsianer auf dem Rhein
-- , Foto: St
Reger Austausch der Börsianer auf dem Rhein

Auch in diesem Jahr hieß es beim Westdeutschen Börsentag wieder einmal ‚Leinen los‘. Wie schon den Vorjahren hatte die Rheinische Warenbörse e.V., Köln, die Branche zu einer Schifffahrt auf dem Rhein eingeladen. Bei den rund 140 Teilnehmern Veranstaltung war die Stimmung am Mittwoch im Vorfeld der Getreideernte verhalten. Vor allem bei Weizen gibt es inzwischen erhebliche Befürchtungen über Fusarien-Probleme. Ließen sich bis vor kurzem nur in den frühen und anfälligen Sorten erste Anzeichen von Fusarien ausmachen, hat der Krankheitsdruck inzwischen schon die mittleren Sorten erfasst. Es gibt sogar Befürchtungen, dass auch die späteren Sorten betroffen sein könnten. Die Ertragsansichten für die westdeutsche Weizenernte sind allenfalls durchschnittlich, genauere Prognose mochten Erfassungshändler nicht abgeben.

Gerstenpreise im Münsterland bei 120 €/t

Die Gerstenernte könnte Ende dieser oder Anfang nächster Woche auf den sehr frühen Standorten des westlichen Münsterlandes starten. In diesem Zuschussgebiet für Futtergetreide sind Erzeugerpreise von um die 130 €/t frei Erfassungslager im Gespräch. Im Rheinland wird die Gerstenernte voraussichtlich erst Mitte/Ende nächster Woche einsetzen. Dort zeichnen sich Erzeugerpreise von um die 120 €/t ab. Die Ertragsaussichten für die Wintergerste werden im Rheinland mit etwa 80 dt/ha als gut durchschnittlich geschätzt.

Landwirte beklagen hohe Produktionskosten

In der Landwirtschaft sei die Stimmung gedrückt, wurde berichtet. Zum einen hätten viele Landwirte den Vermarktungszeitpunkt zu etwas höheren Weizenpreisen verpasst. Zum anderen drückten die hohen Produktionskosten aufgrund der bis zu viermaligen Fungizid-Behandlungen und das im Vorfeld hohe Düngerpreisniveau auf die Stimmung der Erzeuger.

Kleine Weizenmengen werden überlagert

Die letztjährige Weizenernte dürfte im Rheinland weitestgehend vermarktet sein, Schätzungen zufolge sitzt die westdeutsche Landwirtschaft allenfalls noch auf 5 bis 6 Prozent der alten Weizenernte nicht vermarktet. Von der kommenden Weizenernte soll die westdeutsche Landwirtschaft im Schnitt etwa 20 Prozent vorverkauft haben. Mit den zuletzt rückläufigen Preisen ist die Abgabebereitschaft aber wieder gegen Null gesunken, war auf der Veranstaltung zu hören. (St)
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