Märkte am Morgen: Ölsaaten

Argentinien verschiebt Exportsteuer-Pläne

Sojakomplex: Verluste streicht am Dienstag an der Börse in Chicago (CBoT) der gesamte Sojakomplex ein. Die November-Bohne gibt nach einem positiven Wochenstart am Dienstag schon wieder rund 10 Cent ab und landet bei 9,63 US-$/bushel. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA meldet einen Erntefortschritt bei Sojabohnen von 26 Prozent bis zum vergangenen Sonntag. Insgesamt stuft das USDA jetzt 74 Prozent der Sojabohnen höher ein und zwar von gut auf exzellent. Der Ertrag dürfte bei 50,6 bushel/acre liegen, 2015 waren es nur 48 bushel/acre. 

Sojaschrot im Frontmonat Oktober gibt an der CBoT 1,40 US-$/short ton ab und kann mit 304,50 US-$/short ton die wichtige 300-US-$-Marke halten. Aus Argentinien melden Nachrichtenagenturen, dass sich das Land mit den Plänen zur Senkung der Exportzölle von Sojabohnen um 5 auf 25 Prozent nun doch noch etwas Zeit lassen will.

Erster Schnee ist in den kanadischen Regionen Saskatchewan und in den Prairies gefallen. Canola-Raps reagiert sofort auf den Wintereinbruch, der noch bis zum Wochenende anhalten soll. In Winnipeg verbessert sich der November-Kontrakt für Canola um 1,10 auf 467 can$/t. Nur die Schwäche von Sojabohnen an der CBoT dämpft einen weiteren Anstieg.

Raps: Die Regenfälle der vergangenen Tagen haben den jungen Rapspflanzen gut getan. Seit der staubtrockenen Aussaat Anfang September sind in Westeuropa bis Anfang Oktober kaum Niederschläge gefallen. Die Entwicklung der Pflanzen ist etwas verzögert. Die Rapserzeugung der Ernte 2016 kann den Bedarf der europäischen Ölmühlen nicht decken. Importe sind unumgänglich. An der Pariser Börse gibt der November-Termin 1,00 auf 376,00 €/t ab.


Rohöl: Die  Nordseeölsorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete am Dienstag 50,46 US-$/Barrel (159 Liter) und sank gegenüber Montag um 42 Cent. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November fiel ebenfalls um 41 Cent auf 48,40 US-$/Barrel. Die zuletzt in Libyen deutlich gestiegene Ölproduktion blieb auf dem Markt nicht ohne Einfluss.

Zudem will auch das Opec-Land Iran seine Exporte in den kommenden Monaten anheben. Die Ölproduktion im Iran nähere sich zügig dem Niveau von Zeiten vor den Sanktionen an, heißt es in einem Bericht des Internationalen Währungsfonds anlässlich des internationalen Herbsttreffens. Immer mehr Experten zweifeln, ob es die Opec-Länder wirklich schaffen, ihre Fördermengen auf 32,5 bis 33 Mio. Barrel/Tag zu begrenzen. Iran und Libyen sind davon ausgenommen. 

Der Korbpreis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder ist laut Opec-Sekretariat um 2,01 auf 46,64 US-$/Barrel gestiegen. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 14 wichtigsten Sorten des Kartells. (da)
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