Märkte am Morgen: Ölsaaten

Argentinische Sojaernte unterschätzt

Sojakomplex: Bohnennachfrage der US-Ölmühlen und der Exporteure sowie festere Schrotnotierungen lassen den Sojakomplex mit grünen Vorzeichen schließen. Die Sojabohne legte 8,6 Cents/Bushel und Sojaschrot 2,7 US-$/short-ton im Frontmonat zu. Auch technische Käufe und Positionsverschiebungen auf die späteren Termine kamen der Tagestendenz zugute. Die Fonds rollen aber bei weitem nicht alles nach hinten, denn die offenen Positionen haben sich am Vortag fast 18.000 Sojabohnen-Kontrakte abgebaut.
 
Die Aussichten am Sojamarkt sind alles andere als bullisch. Die Börse in Rosario hat die Schätzung der argentinischen Sojabohnenernte gegenüber dem Vormonat um 4,5 Mio. t auf 59 Mio. t angehoben. Die Zahlen liegen 3 Mio. t über der konservativen USDA-Schätzung. Lanworth hält sogar eine noch etwas größere Ernte für möglich. In Brasilien ist Sojabohnenernte zu rund 15 Prozent durch. Heute veröffentlicht die Conab, die brasilianischen Agrarbehörde, ihre offizielle Ernteschätzung.
 
Raps: Die etwas festeren Sojanotierungen brachten auch den Matif Raps wieder in die grüne Zone. Der Mai legt aber nur leicht zu, die neue Ernte konnte sich bis zu 2 €/t verbessern. Für die neue Ernte sind die Vorzeichen stabiler als für die alte Ernte. Im Markt rechnet man für die EU nur noch mit einer Rapsernte von 20,5 Mio. t, und mit 3,5 Mio. t weniger als im Vorjahr.
 
Canola-Raps konnte in Winnipeg für die alte Ernte 4 Can-$/t zulegen. Die Fonds bauten neue Long-Positionen auf und auch der schwache kanadische Dollar sowie der Sojakomplex stützten.  
 
Rohöl: Die Korrekturphase setzte sich fort. Brent verlor mit 1,77 US-$/Barrel am deutlichsten und fiel auf 54,66 US-$/Bushel ab. Ein neuerlicher Anstieg der US-Rohölbestände von 4,9 Mio. Barrel drückte auf die Kurse. In den USA sind die Rohölbestände auf knapp 418 Mio. Barrel und damit auf den für diese Jahreszeit höchsten Stand seit 80 Jahren gestiegen. Die US-Energiebehörde EIA rechnet trotz der zurzeit rückläufigen Schieferölproduktion mit einer höheren US-Ölförderung. Für 2015 prognostiziert sie einen Anstieg auf täglich 9,3 Mio. Barrel, für 2016 erwartet sie sogar ein US-Fördermenge von 9,52 Mio. Barrel pro Tag. (St)
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