Pflanzenschutz

Auch den Käfern ist es zu kalt


Blühender Raps im Schneeschauer
-- , Foto: Eric Gehrke
Blühender Raps im Schneeschauer

„Bienen fliegen nicht, Blüten bleiben zu“ – diese Beobachtung aus Schleswig-Holstein teilen fast alle Rapsanbauer in Deutschland. Im Norden hat es in dieser Woche zu allem Überfluss auch noch geschneit – das Foto, das die Landwirtschaftskammer im Internet zeigt, ist am Dienstag aufgenommen worden. Auch einige Ackerbauregionen Süddeutschlands waren am Mittwochmorgen von Schnee bedeckt. Hinzu kamen bereits in der Vorwoche Frostnächte. Ertragsrelevant waren sie wohl nicht, meinen Pflanzenbauberater. Was dem Raps viel mehr zu schaffen macht, ist die Trockenheit – besonders ausgeprägt in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Käfer haben sich in die Knospen verzogen

Wegen der anhaltenden Kälte fliegen jedoch auch wenig Insekten – weder Bienen noch Schädlinge. Rapsglanzkäfer sind zwar in den meisten Beständen zu sehen, sie haben sich jedoch in die Knospen verzogen und verursachen dort zurzeit keine nennenswerten Schäden. „Ein Insektizideinsatz unter diesen Bedingungen ist nutzlos und muss daher unterbleiben“, heißt es deswegen nicht nur bei der Kammer in Rendsburg, sondern bundesweit bei allen Pflanzenschutzdiensten. Sobald es wärmer wird, sollten Landwirte jedoch Käfer und Kohlschotenrüssler im Auge behalten und nach dem Schadschwellenprinzip behandeln.

Blütenbehandlungen nur in den Abendstunden

Gut terminieren sollten Landwirte die Blütenbehandlung als Vorbeugung von Sklerotinia. Zu frühe Behandlungen bringen zu wenig. Das haben in den Befallsgebieten Erfahrungen im vergangenen Jahr besonders eindrücklich gezeigt. Damit der Raps in die Vollblüte kommt, braucht es überall noch Wärme. „Die Behandlung sollte auch dort, wo der Raps schon weiter entwickelt ist, mindestens bis nächste Woche verschoben werden“, heißt es bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Dort raten die Pflanzenschutzexperten übereinstimmen mit den Kollegen anderer Beratungsdienste zu einer Behandlung in den Abendstunden mit sehr geringer Fahrgeschwindigkeit. Dadurch könnten die Verluste durch Fahrspuren vermindert werden. Vor allem aber sollte wegen der Bienen grundsätzlich nur abends behandelt werden. (db)
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