Frühjahrsbestellung

Auf der Krim fehlt Sprit


Die autonome Republik Krim ist traditionell eine der ersten Regionen in der Ukraine, in der die Frühjahrarbeiten auf den Äckern starten. Das gilt sowohl für die Aussaat der Sommerkulturen als auch für die Dünge- und Pflegemaßnahmen.

In diesem Jahr berichtet das Agrarministerium in Kiew von Verzögerungen. Wegen der militärischen Intervention seitens Russlands seien die Landwirte bislang nicht in der Lage gewesen, einen signifikanten Anteil der geplanten Flächen zu bestellen, berichtet die offizielle Nachrichtenagentur Ukrinform. Als ein Grund wird Treibstoffmangel genannt.

In der gesamten Ukraine sind nach Angaben des Agrarministeriums bis zum Wochenende 160.000 ha oder 4 Prozent der geplanten Frühjahrsaussaat erledigt. Insgesamt sollen mehr als 18,5 Mio. ha bestellt werden. Umfangreiche Flächen von etwa 5 Mio. ha sind für Mais und 6 Mio. ha für Sonnenblumen vorgesehen, die allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt gesät werden.

Wegen des politischen Umbruchs gibt es Befürchtungen, dass Landwirte in den kommenden Wochen keinen ausreichenden Zugang zu hochwertigem Saatgut sowie Dünge- und Pflanzenschutzmitteln haben. Bei importierten Produkten verteuert die schwache ukrainische Währung den Zukauf. Heimische Stickstoffdünger aus Werken an der Schwarzmeerküste sind knapp verfügbar, weil die Kapazitäten kaum ausgelastet sind.

Bereits im Januar hatte Alex Lissitsa, Präsident des ukrainischen Agribusiness Clubs, Alarm geschlagen. Der ukrainische Agrarmanager fürchtet, dass im Frühjahr nur 40 Prozent der benötigten N-Düngermenge verfügbar sein könnten. Ein signifikanter Rückgang der Erträge sei absehbar, so Lissitsa. (db)
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