Die Grundtendenz im physischen Weizengeschäft ist jedoch nahezu ausgeglichen, denn auch die Verarbeiter engagieren sich nur in sehr begrenztem Maße. Als Begründung für ihre Zurückhaltung verweisen sie in aller Regel auf die gute Weizenernte und die hohen Bestände in der gesamten EU. Interesse wird nur gezeigt, wenn gelegentlich preiswertere Offerten zur Verfügung stehen. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn Liquidität wegen der Pachtpreiszahlungen anstehen, oder wenn Lagergeld fällig wird.

Im Mittel erhalten die Landwirte für A-Weizen etwa 161 €/t netto, frei Erfassungslager. B-Weizen wird um 155 €/t abgerechnet. Recht gut kann sich der nicht sehr reichlich angebotene Futterweizen behaupten. Die Erzeugerpreise schwanken hier zwischen 140 bis knapp über 150 €/t. An den Produktenbörsen gab es während der vergangenen Tage gelegentlich wieder leichte Notizverluste. Dies ist wohl auch eine Reaktion auf die zuletzt nochmals angehobene Ernteschätzung für die EU. Nach Aussagen einiger Getreidehändler gestaltet sich das ohnehin schleppende Geschäft oft recht schwierig. So leidet vor allem der überregionale Handel unter den extrem niedrigen Pegelständen der Binnenwasserstraßen. Bis zum Jahreswechsel rechnen Marktbeobachter nicht mit einer nennenswerten Trendwende. Die Entwicklung im kommenden Frühjahr wird unterschiedlich eingeschätzt. Wenn sich der Exportmarkt nicht spürbar belebt, könnten die Weizenpreise womöglich unter stärkeren Druck geraten, befürchten Landwirte und Händler.

Dezemberweizen kann an der Matif bis zum Mittag im 0,75 €/t auf 177,25 €/t zulegen. Auch der März und Mai stehen knapp im grünen Bereich. Wenig Umsatz und kaum Bewegung zeigt die Matif beim Raps. Der Frontmonat steht im Mittagshandel bei 376,00 €/t. Freundlich ist die Stimmung für Mais, der mittags mit 167,50 €/t notiert wird. Der Euro kann seinen Wertverfall zunächst stoppen und wird mit 1,0703 US-$ gehandelt. (HH/SB)
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