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Um noch einmal 4,5 Mio. t hochgesetzt auf mehr als 751 Mio. t Weizen hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) in seiner am Freitag veröffentlichten Schätzung die globale Weizenerzeugung in der Saison 2016/17. Vor allem Australien fällt im Vergleich zum November-Bericht mit einem Plus von gleich 4,7 Mio. t ins Gewicht. Dort erwartet das USDA jetzt eine Ernte von 33 Mio. t, was noch etwas mehr ist als die australische Schätzung, die am Dienstag veröffentlicht worden ist.

Außerdem hat das Ministerium die Aufwärts-Korrekturen in Kanada berücksichtigt. Im Gegenzug unterstellt es jedoch im Vergleich zum November-Wasde-Report etwas geringere Anfangsbestände und einen höheren globalen Weizenverbrauch von fast 740 Mio. t. Dennoch übersteigt die Erzeugung den Verbrauch bei Weitem, sodass die Endbestände bis zum Sommer 2017 aus heutiger Sicht auf unvorstellbare 252 Mio. t anwachsen könnten. Im Vergleich zum Vorjahr mit bereits übervollen Silos sind es noch einmal fast 12 Mio. t mehr.

Exportranking neu gemischt

Wegen der hohen australischen Ernte ändern sich auch die Gewichte im internationalen Weizenhandel. Russland führt die Weizenexportliga mit 29 Mio. t an. Die USA kommen mit 26,5 Mio. t auf den 2. Platz. Die EU, die in den Vorjahren an der Spitze stand, ist wegen der kleineren französischen Ernte auf Platz 3 abgedrängt und bringt nur 25 Mio. t an den Weltmarkt. Dicht darauf folgt Australien mit 24 Mio. t und verweist Kanada mit 21,5 Mio. t auf Platz 5.

Auf der Importseite gibt es keine wesentlichen Veränderungen. Leicht heraufgesetzt hat das USDA die brasilianischen Weizeneinfuhren. Dagegen gibt es noch keine Reaktion auf die Abschaffung der indischen Importsteuer. Unverändert schätzen die Amerikaner den Weizenbedarf Indiens in der Saison 2016/17 auf 3 Mio. t. Marktbeteiligte erhoffen sich aber mehr, nachdem in dieser Woche die Regierung in Neu Delhi das Ende der bisherigen Importsteuer von 10 Prozent verkündet hat.

US-Bilanz ohne Veränderungen

Da das USDA an der US-Weizenbilanz keinerlei Veränderungen vorgenommen hat, reagiert die Börse in Chicago ohne Kursveränderungen auf die neuen Zahlen. Die internationalen Erwartungen sind bereits eingepreist. (db)
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