Gerstenhandel

Australien stellt EU in den Schatten


Australien erntet 2016/17 nach der jüngsten Schätzung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) mit 10,6 Mio. t rund 23 Prozent mehr Gerste als im Vorjahr. Etwa 7,0 Mio. t davon gehen voraussichtlich in den Export – das ist ein Zuwachs um 30 Prozent. Weitere Länder mit höherem Exportpotenzial sind Russland und die Ukraine, die bereits seit der Ernte im Sommer 2016 umfangreich Gerste an den Weltmarkt bringen. Auch Kanada hat mehr Gerste im Angebot

EU-Exporte bereits deutlich im Rückstand

Sehr viel weniger Chancen als Weltmarktanbieter haben die Europäer, die bislang an der Spitze der Weltrangliste standen. Am Angebot liegt es nur zum geringen Teil. Die Gerstenernte der EU ist nach der Dezember-Schätzung des Handelsverbandes Coceral mit rund 59 Mio. t sogar ganz ordentlich. Sie zeigt im Vergleich zum Vorjahr mit minus 3 Prozent nur moderate Einbußen. Die erheblichen Ausfälle in Frankreich sind größtenteils durch große Ernten in Spanien und Osteuropa kompensiert worden. Die EU-Exporte werden jedoch deutlich Federn lassen. Das USDA schätzt im gesamten Wirtschaftsjahr 2016/17 einen Rückgang um 28 Prozent auf 6,2 Mio. t. Die bisherigen Exportzahlen der EU-Kommission bestätigen den gewaltigen Einbruch. Bis Anfang Dezember lagen die Gerstenexporte in Körnerform um 67 Prozent und die Malzexporte um 12 Prozent hinter dem Vorjahresumfang zurück.

Nordafrika hat weniger Bedarf

Eine sichere Bank als Gerstenkäufer am Weltmarkt bleibt Saudi-Arabien. Das Land wird nach den aktuellen Schätzungen des USDA in der Saison 2016/17 rund 10,5 Mio. t Gerste importieren. Das sind 39 Prozent des globalen Importbedarfs, den das USDA auf etwa 27 Mio. t schätzt. Schwächer als im Vorjahr dürfte jedoch die Nachfrage aus den anderen bedeutenden Importländern China, dem Iran, Jordanien, Libyen und Marokko ausfallen. (db)
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