Ernte 2017

B-Weizen nimmt Fahrt auf

Sitz der Arbeitsgemeinschaft für Getreideforschung AGF ist Detmold.
-- , Foto: da
Sitz der Arbeitsgemeinschaft für Getreideforschung AGF ist Detmold.

Durch Sortieren und Mischen sind in Deutschland zufriedenstellende und ausreichende Weizenqualitäten vorhanden. Beim Hektolitergewicht müssen Handel und Mühlen Abstriche machen, doch damit kommen die Mühlen zurecht. Auch die Fallzahlen stellen im Mittel von 290 sek. zufrieden.

Dieser Tenor herrscht heute beim Detmolder Erntegespräch. Zu einem frühen Zeitpunkt stellt die Arbeitsgemeinschaft für Getreideforschung die ersten Ergebnisse zur Qualität von Weizen und Roggen vor. Überhaupt keine Probleme gab es in diesem Jahr mit dem Befall von Fusarium. So liegen die DON und ZON-Werte, die in den Laboren am Max-Rubner-Institut in Detmold bisher gemessen wurden, sogar unterhalb der schon niedrigen Vorjahreswerte.

Getreidehändler Jochen Geiger berichtete von sehr guten Erträgen im Norden Deutschland. In Bayern sanken hingegen die Fallzahlen je länger sich die Ernte hinzog bis unter 100 sek. Doch halte sich der Anfall von Futterweizen in diesem Jahr in Grenzen. Die Nachfrage von Seiten der Mischfutterindustrie in Westfalen und in den Beneluxländer nach Futterweizen sei derzeit hoch. Geiger hält es für durchaus möglich, dass im Laufe des Vermarktungssaison auch Brotweizen in den Trog wandern könnte. Derzeit werden Prämien auf die fob-Preise am Mittellandkanal aufgerufen.

Franzosenweizen stellt Grundversorgung sicher

Geiger berichtet von veränderten Warenströme in Süddeutschland. Nach der Missernte 2016 fiel Frankreich als Lieferant von Weizen aus. Das hat sich mit der qualitativ guten Ernte in Frankreich in diesem Jahr wieder geändert. So fließt Franzosenweizen wieder an den Niederrhein, in die Schweiz und stellt die Grundversorgung in Süddeutschland sicher.

Völlig untypisch seien die niedrigen Fallzahlen in der Börde in Sachsen-Anhalt gewesen. Zudem sind die  Hektolitergewichte aufgrund der Trockenschäden in der Elberegion gesunken. Geiger berichtet von geringeren Erfassungsmengen am Mittellandkanal. Dies könnten die Hagelschäden verursacht haben aber auch die Druschverluste wegen Kleinkorn und herausfallenden Körnern. Viele Flächen sehen derzeit aus, wie gerade eingesät.

"Was die neue Düngeverordnung betrifft, werden wir im Hochproteinsegment Abstriche machen müssen", sagte Geiger. Zusammen mit den Müllern und Pflanzenbauberater ist er sicher, dass auch in den kommenden Jahren, Qualitätsweizen mit guten Backqualiäten ausreichend zur Verfügung stehen wird. (da)
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