GVO-freies Soja

Bauern und Genossenschaft kooperieren

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) und das Kraichgau Raiffeisen Zentrum Eppingen haben einen Liefervertrag für gentechnikfreies Schweinefutter abgeschlossen. Die Futtermischungen enthalten unter anderem jeweils zehn Prozent Sojabohnen und Erbsen aus Kraichgauer Vertragsanbau. Die 1450 Mitglieder der Erzeugergemeinschaft werden jährlich bis zu 12.000 t des Tierfutters beziehen. Das Vertragsvolumen beträgt mehrere Millionen Euro.

Kooperation mit Erzeugern in Brasilien

Mit ihrer Gründung hat sich die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall verpflichtet, ausschließlich gentechnikfrei zu produzieren. Die Richtlinien schreiben vor, dass 80 Prozent des Tierfutters aus der Region und den angrenzenden Landkreisen stammen muss. Schweine benötigen  für ein gesundes Wachstum neben Getreide, Mineralstoffen und Vitaminen auch Eiweiß, das in Erbsen und Soja enthalten ist. „Nur durch direkte Kooperation mit Erzeugergruppen aus Brasilien war es bisher möglich, zertifiziert gentechnikfreies Soja zu bekommen“, erklärte BESH-Vorstand Rudolf Bühler bei der Vertragsunterzeichnung in Wolpertshausen. Dank der neuen Kooperation können die Hohenloher Bauern künftig komplett auf Importe verzichten. „Wir schließen mit heimischem Futter die Eiweißlücke“, so BESH-Vorstand Rudolf Bühler. Regionalität gehöre zu den Standards der Erzeugergemeinschaft.

1000 ha Anbaufläche

Für Vorstandssprecher Jürgen Freudenberger vom Kraichgau Raiffeisenzentrum Eppingen ist die Verpflichtung, in seinem Mischfutterwerk ausschließlich auf gentechnikfreies Tierfutter zu setzen, eine Frage von „Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit“. Auf rund 1000 Hektar, so Freudenberger, werden derzeit im Kraichgau Erbsen und Bohnen angebaut. Die vollfetten Sojabohnen werden zusammen mit den fettarmen Erbsen getoastet, geschrotet und zu jeweils zehn Prozent dem Tierfutter beigefügt. Da der Bedarf größer ist als die Kraichgauer Ernte, wird in Eppingen ab sofort auch europäisches Soja der gemeinnützigen Initiative Donau Soja verarbeitet. Ziel dieser Initiative ist es, den gentechnikfreien Sojaanbau in Deutschland, Österreich und den Balkanländern voranzubringen. „Wir müssen Europa stark machen gegen den Einfluss der amerikanischen Gen-Lobby“, so Bühler. „Nur so können wir auch in Zukunft gesunde und gentechnikfreie Lebensmittel erzeugen.“ (dg)
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