Henrik Madsen, Vorstandsmitglied der Getreide AG
-- , Foto: da
Henrik Madsen, Vorstandsmitglied der Getreide AG

Die politische Diskussion um die Höhe der Beimischung von Biodiesel nimmt an Spannung zu. Ab 2015 soll eine Umstellung der Bewertung von Biokraftstoffen auf Basis der Vermeidung von Treibhausgasen erfolgen. Im Gespräch ist, die bisherige Beimischungsquote von 6,25 Prozent für Biodiesel, welches Mineralöldiesel beigemischt wird, zu halbieren. Dies könnte krasse Auswirkungen auf den europäischen Rapsmarkt haben, die noch niemand abschätzen kann.

Denn wenn es zu einer geringeren Beimischungsquote kommt, würde weniger Biodiesel beigemischt werden und die Verarbeitung von Rapssaat und das Angebot von Rapsschrot sinken. Dafür müsste mehr Soja importiert werden. Diese Aussagen traf Henrik Madsen, Vorstandsmitglied der Getreide AG, beim Seminar der agrarzeitung (az) vor Ort bei der Nordkorn Saaten in Güstrow.
Das nächste az-Seminar
Bei dem Agrarunternehmen Wölmisse eG   findet das nächste az-Seminar vor Ort statt.
Auch dieses Mal geht es wieder um die Ölsaatenmärkte und um die Getreidemärkte sowie die Mühlenbranche.

Wann: 26. Juni 2014
Wo: Stadtroda
Anmeldung: Helga Knauf
069/75951262

Zudem hätte eine Beimischung von unter 5 Prozent Biodiesel wenig Chancen. Fachleute aus der Biodieselindustrie befürchten, dass die Vorgaben der EU-Schadstoffnorm für Kraftstoffe mit einer geringen Beimischung nicht mehr zu erfüllen seien.

Madsen hofft deshalb auf eine Überarbeitung der Vorschläge von den Verantwortlichen in Berlin und Brüssel: „Ansonsten würden in der EU rund 500.000 t bis 1 Mio. t weniger Biodiesel produziert werden. Damit könne sich der Rapspreis auf dem aktuellen Niveau von 360 €/t nicht mehr halten. “Es wird richtig hart und der Preis kann kräftig sinken“, kündigt Madsen an.

Schon aus dieser Unsicherheit heraus, rät er den Teilnehmern des az-Seminars, Teilmengen von Raps zu verkaufen. „Wer Raps verkaufen will, sollte dies tun und nicht auf einen Preis von 400 €/t hoffen.“ Der Ölsaatenexperte rechnet mit einer guten Rapsernte, die Bestände dürften sich in der EU dadurch aufbauen. (da)

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