Erntebilanz

Bestnoten für britischen Weizen

-- , Foto: Bernd Kasper/pixelio

Die britische Beratungsorganisation Adas berichtet heute im abschließenden Überblick zur Ernte 2015, dass Getreide und Ölsaaten 7 bis 14 Prozent höhere Erträge als im mehrjährigen Durchschnitt gebracht haben. Das Urteil zur Qualität der Mähdruschfrüchte lautet: „generell gut“. Eine Ernteschätzung bietet Adas allerdings nicht. In der kommenden Woche wird die Statistikabteilung des Londoner Agrarministeriums (Defra) seine ersten offiziellen Angaben zu Anbauflächen und Erträgen aller Feldfrüchte der Ernte 2015 veröffentlichen. Die beiden Erntezahlen für Weizen und Gerste hat das Defra heute Mittag jedoch vorab bekannt gegeben (siehe Kasten).

Winterweizen ohne Beanstandung

Weizenernte im oberen Bereich
Die Weizenernte 2015 schätzt das britische Landwirtschaftsministerium (Defra) auf 16,1 Mio. t. Dieses Ergebnis wäre rund 3 Prozent geringer als im Vorjahr, teilt das Ministerium heute mit. Im mehrjährigen Vergleich handelt es sich jedoch um eine sehr gute Ernte. Die Gerstenernte wird mit fast 7,3 Mio. t um 5 Prozent größer ausfallen als im Vorjahr und das beste Ergebnis seit 1997 darstellen. (db)
Die jetzt vorliegenden Druschproben von Winterweizen deuten darauf hin, dass 2015 der langjährige Ertragsdurchschnitt um 12 bis 14 Prozent überschritten wird. Adas nennt ein Ergebnis zwischen 8,7 und 8,9 t/ha. In Einzelfällen sind bis zu 16,5 t/ha gedroschen worden. Die Fallzahl erreicht im Durchschnitt 293 Sek., das spezifische Gewicht 79 kg/hl. Der mittlere Proteingehalt ist mit 11,9 Prozent für britische Verhältnisse ebenfalls überdurchschnittlich. Keine erwähnenswerte Belastung gab es mit Mykotoxinen.

Gerste bringt hohe Erträge

Wintergerste geht in die Erntestatistik 2015 voraussichtlich mit einem Durchschnittsertrag von 7,4 t/ha ein. Das Zehnjahresmittel wird um 13 Prozent übertroffen. Auch Sommergerste verspricht mit einer mittleren Erwartung von 5,9 bis 6,1 t/ha hohe Erträge, die 9 bis 13 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt angesiedelt sind. Die Gerstenqualität beurteilt Adas als gut.

Winterraps mit Weltrekord

Bei Winterraps nennt Adas jetzt einen mittleren Ertrag von 3,8 t/ha – das wären 13 Prozent mehr als der zehnjährige Durchschnittswert. Die Spanne ist allerdings mit 2,3 bis 6,7 t/ha groß. Die Ausreißer nach unten führt Adas entweder auf hohen Besatz mit Ackerfuchsschwanz oder auf frühen Befall mit Rapserdfloh zurück. Den Höchstertrag von 6,7 t/ha hat die KWS-Sorte Picto gebracht. Nach Angaben von Adas ist mit diesem Ertrag ein neuer Weltrekord im Praxisanbau gesetzt worden. Die Ölgehalte sollen je nach Sorte 42 bis 48 Prozent erreichen. (db)
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