Märkte am Mittag

Biodiesel-Schock lähmt Kassamarkt


Markttendenz
Der Ölsaatenmarkt muss sich nach dem angekündigten Fall der Antidumping-Zölle auf argentinischen Biodiesel erst einmal sortieren. Für den Weizenmarkt ist der bevorstehende Kontraktwechsel in Paris vom September-Future auf den Dezember-Termin als neuen Frontmonat Anfang kommender Woche der nächste Meilenstein.
Der Rapsmarkt in Paris verdaut weiter den Biodiesel-Schock. Die Kurse an der Matif setzen ihre Abwärtsbewegung fort. Der Frontmonat November verliert 2,50 €/t gegenüber dem Vortag und wird mit 362,50 €/t bewertet. Der folgende Februar-Kontrakt gibt 2,75 €/t nach und steht bei 364,75 €/t. Weniger deutlich fallen die Bewegungen im Pariser Weizenmarkt aus. Der scheidende Frontmonat September gewinnt 0,75 €/t und notiert am Mittag bei 153,25 €/t. Der folgende Dezember-Termin bewegt sich bei 160,25 €/t seitwärts.

Die Entscheidung der EU-Kommission am Donnerstag, den Importzoll auf argentinischen Biodiesel bis zum 28. September von derzeit 22 bis 25,7 Prozent auf 4,5 bis 8,1 Prozent zu senken, hat den deutschen Rapsmarkt in große Unsicherheit gestürzt. „In so einer Lage will sich natürlich keiner vor dem Wochenende Geschäfte ins Buch nehmen“, beschreibt ein Händler die Situation im Gespräch mit agrarzeitung.de. Verkäufer heben ihre Prämien an. Zwischen Geldkurs und Briefkurs hat sich die Spanne auf 2 bis 3 €/t ausgeweitet. Vor der Entscheidung aus Brüssel sei „doch noch das eine oder andere Geschäft gelaufen“, heißt es.

Mangelnde Abgabebereitschaft stabilisiert Preise

Rapshändler rechnen damit, dass nach einzelnen Geschäften noch im Herbst das Gros an argentinischem Biodiesel ab kommenden Frühjahr den europäischen Markt erreichen wird. Denn im Winter werde Biodiesel aus Raps benötigt, der auch bei kalten Temperaturen flüssig bleibt. Der sojabasierte Biodiesel aus Argentinien könnte dann ab dem Termin April bis Juni vielleicht auch die eine oder andere Lücke stopfen, die durch die kleine Rapsernte in Europa entsteht, sagen manche Beobachter. Marktteilnehmer rechnen nicht damit, dass die Rapspreise am Kassamarkt kurzfristig deutlich absacken werden. Dafür werde eine mangelnde Abgabebereitschaft sorgen: „Wer dann doch Ware braucht, muss halt tiefer in die Tasche greifen“, so ein Marktteilnehmer.

Der Kassamarkt für Weizen ist zumindest im Norden nahezu zum Erliegen gekommen, heißt es aus Hamburg. Deutscher Weizen ist am internationalen Markt nach Einschätzung von Maklern 10 bis 20 €/t zu teuer. Exporteure würden bereits eingekaufte Ware zurückverkaufen, die Abnehmer wiederum würden das Getreide dann weiterhandeln in den Verarbeitungssektor, und da vorwiegend an Mischer. Aber: „Solche Geschäfte sind endlich“, kommentiert dies ein Marktteilnehmer. (pio)
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