Märkte am Morgen

Börsen wechselhafter als das Wetter

Weizen: Die große europäische Weizenernte mit guten Qualitäten lässt erst einmal keine Preisfantasien nach oben aufkommen. Die Kurse an der Matif gaben leicht nach, auch unter dem Einfluss der zwischenzeitlich schwächeren Chicagoer Notierungen.
 
Ägypten hat seinen jüngsten Tender über 180.000 t erneut am Schwarzen Meer gefüllt. Der Weizen kommt wie in den vorangegangenen beiden Abschlüssen aus Russland, der Ukraine und Rumänien. Diese Länder teilen sich die Menge jeweils zu einem Drittel. Der Durchschnittspreis des Tenders lag bei 251,54 US-$/t. Französischer Weizen war mit 258 US-$/t fob zu teuer.
 
Mais: Aufkommender Erntedruck im südlichen Maisgürtel brachte die Notierungen in Chicago erneut die Defensive. Die ersten Ernteergebnisse im Delta und im südwestlichen Maisgürtel fallen besser als erwartet aus. Vor der USDA-Schätzung der kommenden Woche haben sich eine Reihe namhafter Analysten zu Wort gemeldet. Alle haben ihre Schätzungen nach unten korrigiert. Lanworth rechnet nur noch mit einer US-Maisernte von 338 Mio. t, Michael Cordonnier mit 340 Mio. t. Nur Allendale bewegt sich mit seiner Ernteprognose von 347,4 Mio. t noch halbwegs in Sichtweite der USDA-Schätzung vom August.
An der Matif orientierte sich Mais am Weizen und gab leicht nach.
 
Sojakomplex: Die Soja-Bullen nahmen sich ein Austag und gönnten der Börse trotz ‚hot and dry‘ eine Korrekturchance. Die Kurse gaben sowohl für Bohnen als auch für Schrot deutlich nach und die Vortagsgewinne wurden wieder komplett neutralisiert. Die Ertragsaussichten für die US-Sojabohnenernte bleiben allerdings gedrückt. Private Analysten rechnen durchweg mit niedrigeren Sojabohnenerträgen. Lanworth erwartet nur noch eine Ernte von 84,8 Mio. t. Allendale taxiert die kommende US-Sojabohnenernte auf 81 Mio. t herunter. Dies wäre sogar weniger als die Vorjahresernte.
 
Raps: Die Rapskurse befinden sich an der Matif unter der Fuchtel der Sojabohne. Chicago gibt Takt vor, und Paris tanzt danach. Mit schwächeren Sojabohnen gaben die Rapskurse bis zu 5,50 €/t nach. Auch in Winnipeg notierte Canola-Raps schwächer.
 
Rohöl: Das hin und her um eine Militäraktion gegen Syrien sorgte diesmal für schwächere Rohölnotierungen. WTI gab stärker nach als Brent Crude-Öl, das 0,85 Cents/Barrel schwächer schloss. Politische Kreise und Abgeordnete in den USA stimmen einem begrenzten US-Militärschlag zu. Davon lasse sich kaum eine Eskalation im Nahen Osten erwarten, so die Stimmung im Markt. (St)
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