Brandenburgs Bauern machen sich Sorgen um ihre Ernte: In den vergangenen zehn Tagen waren sie Sturm, Hagel, Unmengen von Wasser und sogar einem Tornado ausgesetzt. Niederschläge bis zu 200 Liter pro Quadratmeter haben Spuren hinterlassen. „Wir schauen auf die nächsten Tage, die unbedingt besseres Wetter bringen sollten“, sagt Landesbauernpräsident Henrik Wendorff. „Erst sie werden zeigen, ob es zu gravierenden Ernteausfällen kommt.“

Erntebeginn verzögert sich

Zwar sind nach ersten Erkenntnissen bisher keine nachhaltigen Schäden zu erkennen. „Sicherlich wird sich der Drusch durch die Nässe etwas verzögern und natürlich liegen Roggen und Gerste stellenweise etwas, aber durch die relativ geringe Auftreffgeschwindigkeit gehen wir momentan nicht davon aus, dass das Wetter gravierende Auswirkungen hatte“, sagt der Bauernpräsident. „Die Tatsache, dass unsere Flächen den Regen aufgenommen und über Grabensysteme wieder abgegeben haben, zeigt auch, wie wichtig eine gute Gewässerunterhaltung ist.“

Hagelschäden in Süden Brandenburgs

Eine Ausnahme zum bisher glimpflichen Ausgang der Wetterkapriolen bildet das südliche Brandenburg, wo es abschnittweise durch Hagel zu massivem Blattverlust beim Mais und zum Ausschlagen der Körner aus den Getreideähren kam – Schädigungen, die unter Umständen am Ende einen Totalverlust bedeuten könnten. Eine große Gefahr liegt vor, wenn das Wetter in den nächsten Tagen durchgehend feucht und ohne Sonne bleiben sollte. In diesem Fall könnte es zu Schädigungen vor allem der Gerste kommen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet vor allem für den Norden Brandenburgs heute und morgen mit weitere Niederschlägen. Erst am Sonntag könnte eine Beruhigung eintreten.

Weitere Regenfälle im Nordosten erwartet

Starke Regenfälle werden für heute und morgen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein erwartet. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Niederschlagsmengen von bis zu 100 Liter pro Quadratmetern. Kurzfristig ist keine Besserung in Sicht, denn das Wetter in Nord-Ostdeutschland wird von einem Tiefdruckgebiet über der Ostsee bestimmt, dass sich nur wenig bewegt. (da/SB)
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