Fleischexporte

Brasilien liefert mehr Schwein und Huhn

Die Geflügelfleischproduktion wächst in Brasilien in diesem Jahr um 3,5 Prozent auf 13,1 Mio. t. Nicht ganz so stark steigt Konsum im Inland. Der Brasilianische Verband für tierisches Protein (ABPA) erwartet, dass der Pro-Kopf-Verbrauch um 1 Prozent auf 43 Kilogramm zunehmen wird. Weitaus stärker angewachsen sind die Exporte. ABPA rechnet damit, dass 4,3 Mio. t Geflügelfleisch im Ausland abgesetzt werden, das wären 4 Prozent mehr als 2014. Der Warenwert sinkt um 11 Prozent auf 7,1 Mrd. US-$.

Neue Märkte erschließen

Brasilien hat mit Malaysia und Myanmar neue Exportmärkte erschlossen und seine Position in China und Mexiko gestärkt. Für den Chinaexport wurden zwei weitere Produktionsstätten zugelassen, für Mexiko 16. Für das kommende Jahr wird mit einem Produktionszuwachs von 3 bis 5 Prozent gerechnet. Die Exporte sollen in einem ähnlichen Umfang ansteigen. Brasilien hofft auf die Marktöffnung von Taiwan, und der Dominikanischen Republik, auf weitere Betriebszulassungen für China und sieht auch Interesse in Australien, Neuseeland und Kambodscha.

Erlöse für Schweinefleisch sinken

Deutlich im Plus ist auch die brasilianische Schweinefleischproduktion. Für das laufende Jahr werden von der ABPA 3,6 Mio. t prognostiziert (+4,9 Prozent). Im kommenden Jahr soll sich das Wachstum auf 2 bis 3 Prozent verlangsamen. Der Pro-Kopf-Verbrauch steigt um 2,7 Prozent auf 15 kg. Die Schweinefleischexporte steigen um 8,9 Prozent auf 550.000 t. Die niedrigen Weltmarktpreise bekommen die brasilianischen Produzenten zu spüren. Denn trotz der höheren Menge verringerten sich die Exporterlöse um 20 Prozent auf 1,2 Mrd. US-$.

Export nach Russland floriert

Brasilien profitiert vom russischen Einfuhrstopp für Schweinefleisch aus der EU. 45 Prozent des Schweinefleischs wurden nach Russland geliefert. Im Vergleich zu 2014 konnte Brasilien seine Ausfuhren nach Russland um rund ein Drittel steigern. Auch im kommenden Jahr hofft die ABPA auf steigende Schweinefleischexporte allerdings bei einem niedrigeren Zuwachs von 2 bis 3 Prozent. Wachstumspotential sieht die ABPA nicht nur in Osteuropa, sondern auch in China, Korea, Australien, Neuseeland, Südafrika und der EU.

Hohe Futterkosten und Währungsverluste

Die Fleischproduzenten hätten 2015 große Herausforderungen bewältigen müssen. Steigende Mais- und Sojapreise haben die Produktionskosten verteuert. Die Exporte seien zudem durch Streiks von LKW-Fahrern und Hafenschließungen behindert worden, so die ABPA. Begünstigt wurden die Ausfuhren durch die Abwertung des Real, der gegenüber dem US-$ innerhalb eines Jahres 45 Prozent an Wert verloren hat. (SB)
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