Märkte am Mittag

Brexit noch ohne Wirkung

Die Marktbeteiligten zeigen sich über das Ergebnis des Referendums doch überrascht. Der allgemeine Druck auf die Preise für Brotgetreide hat zwar zugenommen, doch ist dieser Trend bereits seit einigen Tagen zu erkennen. Andererseits läuft das Geschäft mit alterntigem Brotgetreide allmählich aus. Im Export wird europäischer Weizen durch die Kursverluste des Euros wettbewerbsfähiger. Der Euro verliert fast drei Prozent und fällt auf 1,11 US-$. Die Matifkurse können sich deshalb heute Morgen halten. September-Weizen notiert mittags mit 159 €/t unverändert. Spätere Termine verzeichnen leichte Gewinne.

Marktendenz
Nachdem die Finanzmärkte auf ein Votum pro EU gewettet hatten, ist die Verunsicherung nun groß. Vom schwachen Euro profitieren die europäischen Agrarexporte.
Das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Bayerischen Müllerbundes zeigt, dass mehr als die Hälfte der Befragten davon ausgehen, dass die Entscheidung im Vereinigten Königreich keine spürbaren Auswirkungen auf die Getreide- und Mühlenwirtschaft haben wird. Lediglich 22 Prozent vermuten, dass ein Austritt Englands aus der EU gesamtwirtschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen könnten, die in letzter Konsequenz auch in der Mühlenbranche bemerkbar wären.

Die Notierungen an den hiesigen Warenbörsen haben sich jedenfalls teilweise aufgrund internationaler Vorgaben im Laufe der Berichtswoche abgeschwächt. So notiert die Bayerische Warenbörse München-Landshut aktuell B-Weizen mit 148 bis 155 €/t frachtfrei südbayerischer Empfangssttion. Für September/ Dezember werden 155 bis 156 €/t genannt. Bei den gleichen Terminen liegen die Kurse für A-Weizen zwischen 150 und 153 beziehungsweise um 158 bis 160 €/t Auch die Erzeugerpreise zeigten sich inzwischen wieder leicht rückläufig. Der bayerische Müllerbund berichtet, dass das verfügbare Angebot an Weizen aus der Ernte 2015 recht umfangreich war. Dennoch wurde wenig Ware verkauft, da die Mühlen zum Großteil bis in die neue Ernte versorgt sind und zum anderen die Preisvorstellungen zwischen Anbieter und Käufer weit auseinander lagen. 

Die neue Ernte wird weiterhin wenig besprochen. Insgesamt fehlt es aufgrund der rückläufigen Weizenpreise für die neue Ernte an Abgebern aus Landwirtschaft und Erfassungshandel. Als Erzeugerpreise für B-Weizen der kommenden Ernte werden 135 bis 140 €/t netto, frei Erfasser besprochen. Für A-Weizen diskutiert man gegenwärtig Erzeugerpreise von 140 bis 145 €/t. Trotz der relativ niedrigen Forderungen gibt es seitens der Mühlen nur wenig Kaufinteresse für neuerntigen Weizen.

In weiten Teilen Süddeutschlands war es zu nass, was den Krankheitsdruck erhöhte. Dennoch bleibt weiterhin abzuwarten, ob das feucht-warme Wetter tatsächlich DON begünstigt hat. Noch seien dafür keine Anzeichen zu sehen, heißt es. Zum Teil wird allerdings von Gelbrost und Septoria Tritici berichtet. (HH)
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