Märkte am Morgen: Getreide

Brexit sorgt für Turbulenzen

Der sich inzwischen deutlich abzeichnende Brexit sorgt heute Morgen für Verwerfungen bei den Commodities,  den Rohstoff- und Getreidemärkten. Der Euro fällt auf unter 1,10 US-Dollar, die Aktienkurse am asiatischen Markt und Rohöl geben kräftig nach. In Chicago notieren Weizen und Mais an der elektronischen Börse mit fast zweistelligen Kursverlusten. Die weiteren Entwicklungen könnten im Tagesverlauf für neue Überraschungen sorgen und volatil werden.  
 
Weizen: An der Matif gaben die Kurse am Donnerstag weiter nach. Der September verlor 2,50 €/t und fiel auf 159,00 €/t, der Dezember kam bis auf 164,00 €/t zurück. Die beiden vorderen Termine markierten neue Kontrakttiefs. Schwache Vorgaben aus den USA und Währungsentwicklungen drückten.
 
Am Hamburger Markt wurden die Kassaprämien etwas angehoben, um die Verluste am Terminmarkt zumindest teilweise zu kompensieren. Für Weizen Basis 12 Prozent Protein lagen die Geldkurse für September-Lieferung 1,50 €/t über der Matif-Notierung für  Dezember.
 
Die EU-Exporte für Weichweizen haben in diesem Wirtschaftsjahr mit 30,7 Mio. t Lizenznahmen mit dem Rekordergebnis des Vorjahres gleichgezogen. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen für Weichweizen von 555.000 t erteilt. Die gesamten europäischen Weizenexporte, also einschließlich Durum und Mehl erreichten bisher 32,7 Mio. t.
 
In Chicago setzte sich die schwächere Tendenz fort. Der Juli fiel auf 4,54 US-$/bushel. In Kansas war der Druck aufgrund der fortschreitenden Weizenernte noch größer. Die Notierungen für den Hard-Red-Winterweizen in Kansas sind auf den auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gefallen.
 
Ägypten sorgt weiterhin für negative Schlagzeilen an den internationalen Märkten. Die Behörden haben eine Schiffspartie mit 33.000 t US-Weizen wegen Mutterkorn-Belastungen von 0,02 Prozent abgewiesen. Dabei bekräftigte die ägyptische Regierung seit Tagen ausdrücklich, sich künftig am internationalen Standard für Mutterkorn-Besatz von 0,05 Prozent auszurichten.  
 
Mais: Die Kurse gaben in Chicago bis zu 6,2 Cent/bushel nach. Der Julitermin fiel auf 3,78 US-$/bushel. Ergiebige Regenfälle in weiten Teilen des mittleren Westens, vor allem in den östlichen Gebieten drückten auf die Stimmung. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von insgesamt 1,4 Mio. t für die alte und neue Kampagne konnten sie nicht aufhellen.
 
Für Brasilien lässt sich nach Einschätzungen von USDA-Mitarbeiter vor Ort nur noch  eine Maisernte von 75 Mio. t erwarten. Das USDA geht offiziell von 77,5 Mio. t aus. Die kleinere brasilianische Maisernte lässt auf einen Importbedarf Brasiliens von 1,5 Mio. t schließen. 
 
Mais/Gerste: An der Matif gaben die Maiskurse weiter nach. Die neue Ernte verlor bis zu 3,00 €/t. Der Frontmonat August gab leicht auf 176,00 €/t nach. Die europäischen Maisimporte haben nach dem Stand der bisher Lizenzziehungen einen Umfang von knapp 13,1 Mio. t erreicht. In dieser Woche wurden 170.000 t neue Importlizenzen genommen.
Der EU-Gerstenexport hat sich wie schon in der Vorwoche noch einmal belebt. Es wurden neue Ausfuhrlizenzen von 301.000 t erteilt, die sich damit auf 9,7 Mio. t aufaddiert haben. Die jüngsten  Exportaufträge könnten möglicherweise aber schon Lieferungen von neuerntiger Gerste beinhalten. (St) 
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