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Briten haben genug Weizen


Die britischen Weizenimporte werden 2014/15 mit 1,3 Mio. t um mehr als 40 Prozent geringer ausfallen als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. „Ein gutes Angebot bei guten Qualitäten deckt weitgehend den Inlandsbedarf“, lautet die Einschätzung des Getreideamtes HGCA in London. Allerdings hat nach Beobachtungen des HGCA die Saison noch mit hohen Weizenimporten begonnen, weil der Getreidedrusch auf der Insel erst im August größere Mengen gebracht hat. Jetzt erwartet das Amt jedoch, dass die Importe in den kommenden Monaten deutlich nachlassen werden.

Rückkehr zur Normalität
Großbritannien hat in diesem Jahr wieder eine ordentliche Weizenernte eingebracht. In den beiden Vorjahren war die Erzeugung so gering gewesen, dass sie den Inlandsbedarf nicht decken konnte. In der Folge musste Großbritannien 2012/13 und 2013/14 mehrere Millionen Tonnen Weizen importieren. Besonders attraktiv war der britische Absatzmarkt auch für deutschen Weizen gewesen. (db)
Das Landwirtschaftsministeriums (Defra) schätzt die Weizenernte 2014 auf 16,6 Mio. t. Es wäre die dritthöchste in der Geschichte des Landes und etwa 4,7 Mio. t mehr als im Vorjahr. Da die Weizenernte weit mehr als bedarfsdeckend ist, sind wieder umfangreiche britische Weizenexporte erforderlich, damit die Bestände nicht zu stark anwachsen. Im langjährigen Mittel kann das Land jährlich etwa 2,6 Mio. t Weizen exportieren.

Aber auch der Inlandsverbrauch kann steigen. Die vergleichsweise niedrigen Weizenpreise werden nach Einschätzung des HGCA sowohl die Verfütterung als auch die Verwendung in den beiden Ethanolwerken von Ensus and Vivergo fördern. Besonders die Anlage von Ensus, die zur deutschen Cropenergies gehört, verarbeitet jetzt nach HGCA-Angaben wieder Weizen, nachdem bis zum Sommer ersatzweise Mais und Gerste als Rohstoff dienten. Vor allem der importierte Mais hat die Kosten nach oben getrieben. (db)
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