Ungewohnt weit auseinander driften in diesem Herbst die Kartoffelpreise in Großbritannien und auf dem europäischen Festland. Darauf macht die britische Agrarorganisation AHDB die Erzeuger aufmerksam. Während die Kartoffelpreise in Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden fest tendieren, geben die Preise für britische Kartoffeln derzeit nach. Die Notierungen sind zwischen 70 und 80 €/t auseinander. Ein solches Preisverhältnis hat es in den vorangegangenen Jahren nicht gegeben.

Die Ursache sind unterschiedliche Erntesituationen, aber auch Währungseinflüsse. Die Abwertung des britischen Pfund schlägt hier zu Buche. Seit dem Votum für den Brexit sind es immerhin 15 Prozent. Extrem unterschiedlich sind auch die Erntebedingungen für die Kartoffeln. Während die Briten wie gewohnt mit dem Roden vorankommen, hapert es in Belgien und den Niederlanden aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit. Die Ernte von Verarbeitungskartoffeln kommt schleppend voran, während der Kalender Richtung Winter geht.

AHDB leitet aus dieser Marktsituation Exportchancen für britische Kartoffeln an die Verarbeitungsindustrie auf dem Festland ab. Bislang haben sich die Preise auf der Insel nach Einschätzung der Marktexperten bislang relativ stabil gehalten. (brs)
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