Pfund im Keller

Briten zahlen mehr für Importweizen


Bis zu 2,2 Mio. t Weizen muss Großbritannien in der Saison 2012/13 importieren. Diese Schätzung des Londoner Agrarministerium Defra von Ende Januar könnte sogar noch übertroffen werden. Denn nach den Mitte Februar veröffentlichten Zahlen der Zollstatistik sind 1,34 Mio. t Weizen allein von Juli bis Dezember 2012 geflossen. Etwa 500.000 t davon stammten aus Deutschland. Im gesamten Vorjahr 2011/12 lagen die britischen Weizenimporte bei insgesamt etwa 0,9 Mio. t und im mehrjährigen Durchschnitt bei rund 1,2 Mio. t.

Aufschlag von 7 Prozent

Jetzt kommen die Importe die Briten noch teurer zu stehen, berichtet das Getreideamt HGCA in London. Seit Wochen drücken Diskussionen um die Bonität des Staatshaushaltes auf die britische Währung. Seit Juli 2012 hat sie gegenüber dem Euro 7 Prozent an Wert verloren. Diesen Prozentsatz müssen Importeure allein wegen der Währungsrelationen seither für Weizen aus dem Euroraum aufschlagen.

Nachdem in der vorigen Woche die Ratingagentur Moody's dem Vereinigten Königreich auch noch die bisherige Bestnote AAA abgesprochen hatte, wertete das britische Pfund gegenüber dem Euro auf einen Schlag um weitere 2 Prozent ab. Allerdings schlug das Pendel zum Wochenanfang wieder zu Gunsten des Pfundes aus. Seither rückt der Wahlausgang in Italien die Sorgen um die Stabilität des Euro verstärkt ins Rampenlicht. (db)
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