Die britische Beratungsorganisation Adas berichtet, dass der Drusch seit der Wochenmitte auf Hochtouren läuft. Praktisch überall kann Getreide und Raps ohne Trocknung eingebracht werden. Zuvor hatte es wegen wiederholten, zum Teil sehr heftigen, Regenfällen ein ‚Stop and Go‘ der Mähdrescher gegeben, sodass die Ernte 2015 im Vergleich zu den Vorjahren verzögert ist. Bis Mittwoch waren nach Schätzungen von Adas landesweit etwa 50 Prozent der Wintergerste und 35 Prozent des Winterrapses eingebracht. Bei Weizen ist gerade 1 Prozent der Flächen gedroschen. Die ersten Partien stammen aus dem Südosten und von günstigen Lagen an der Ostküste und beschränken sich auf frühreife Sorten. Deswegen lassen sich noch keine aussagekräftigen Angaben zu Erträgen und Qualitäten machen.

Wintergerste bringt hohe Erträge

Flächen im Vergleich
Offizielle Zahlen zu den Anbauflächen 2015 liegen aus London nicht vor. Bekannt ist aus Umfragen von Beratungsunternehmen, dass es einen deutlichen Rückgang der Anbaufläche für Weizen und Raps gegeben hat. Im Gegenzug stehen auf den Äckern mehr Gerste und Eiweißpflanzen. Wegen der Greening-Vorschriften hat auch die Flächenstilllegung zugelegt. Deswegen wird die britische Getreide- und Rapsernte insgesamt deutlich unter dem hohen Vorjahresergebnis liegen, selbst wenn die Erträge leicht überdurchschnittlich ausfallen. (db)
Den britischen Wintergerstenertrag 2015 schätzt Adas auf 7,1 bis 7,3 t/ha. Sie sind damit möglicherweise sogar etwas höher als vor einem Jahr, das weit überdurchschnittliche Ergebnisse gebracht hatte. Der Zehnjahresdurchschnitt liegt bei 6,5 t/ha. Es gibt aber in diesem Jahr auch Flächen mit sehr niedrigen Erträgen. Es handelt sich um Schläge, die entweder stark mit Ackerfuchsschwanz verunkrautet waren oder um sehr leichte Standorte, die zu stark ausgetrocknet waren. Hier können auch die Hektolitergewichte abfallen. Im Großen und Ganzen sind jedoch die Gerstenqualitäten in Ordnung, berichten die Berater. Flächen, auf denen Feldbestände nach den Unwettern ins Lager gegangen sind, sind nach Adas-Schätzung auf 1 Prozent der Gerstenfläche beschränkt.

Raps lässt sich problemlos dreschen

Bei Winterraps geht Adas von leicht überdurchschnittlichen Erträgen aus. Der nationale Mittelwert könnte 3,5 bis 3,7 t/ha erreichen – im Vergleich zu einem zehnjährigen Durchschnittswert von 3,4 t/ha. Die Ölgehalte sollen 43 bis 46 Prozent erreichen. Die Berater berichten von einem weitgehend problemlosen Drusch. Gelegentlich soll es jedoch zu einer verzögerten Abreife kommen. Die Spanne der Erträge fällt groß aus. Höher sind sie auf den schwereren Böden, die im trocken-heißen Juni und Juli das Wasser besser gehalten haben. Sehr geringe Erträge sind dort aufgetreten, wo es im Herbst größeren Befall mit dem Rapserdfloh oder Schneckenfraß gegeben hat. (db)
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