Weizenbilanz

Britische Importe auf Hochtouren


Das Londoner Agrarministerium Defra rechnet in seiner aktualisierten Getreidebilanz 2012/13 mit Weizenimporten von fast 2,3 Mio. t. Von Juli bis Ende Januar sind nach den Zahlen der Zollstatistik bereits 1,6 Mio. t Weizen geflossen. Nach Beobachtungen des britischen Getreideamtes HGCA lässt das Tempo der Importe jetzt jedoch etwas nach.

Den gesamten britischen Weizenverbrauch 2012/13 schätzt das Defra auf 14,6 Mio. t. Davon brauchen die Mühlen, Stärke- und Ethanolhersteller voraussichtlich rund 7,8 Mio. t. Der Verbrauch wäre 950.000 t oder 14 Prozent höher als im Vorjahr. In dieser Saison besteht Nachfrage der beiden britischen Ethanolfabriken, die im Vorjahr nicht in Betrieb waren. Allerdings ist der Bedarf nicht ganz so hoch wie bisher erwartet, berichtet das HGCA. Zum einen sollen die Werke nicht in voller Auslastung laufen, zum anderen hätten sie zum Teil auf importierten Mais als Rohstoff umgestellt.

Die Weizenverwendung im Futter wird nach Einschätzung des Defra 2012/13 mit rund 6,5 Mio. t so hoch wie im Vorjahr ausfallen. Hier berichtet das HGCA von reger Nachfrage nach Mischfutter, weil in diesem nassen Frühjahr vorerst kaum Futter von den Weiden zur Verfügung steht. Zusätzlich kommen sowohl in der Mischfutterindustrie als auch in der Verfütterung auf den Höfen deutlich mehr britische Gerste und mehr Importmais zum Einsatz.

Großbritannien hat 2012/13 einen ungewöhnlich hohen Importbedarf an Weizen, weil die Ernte 2012 sehr schwach ausgefallen ist. Sie war mit 13,3 Mio. t rund 13 Prozent kleiner als im Vorjahr und 11 Prozent geringer als im mehrjährigen Durchschnitt. Die jetzige Schätzung von Weizenimporten von 2,3 Mio. t entspricht fast dem Doppelten des üblichen Einfuhrbedarfs. Im Vorjahr 2011/12 lagen die britischen Weizenimporte nur bei etwa 0,9 Mio. t. Bei den diesjährigen Weizenimporten kommen deutsche Lieferanten umfangreich zum Zuge. (db)
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