Neue Bilanz

Britische Maisimporte steigen

Großbritannien wird die Saison 2013/14 voraussichtlich mit 4,3 Mio. t Getreideimporten beenden. Demgegenüber stehen Exporte von etwa 2,0 Mio. t, zeigt die aktuelle Bilanz des Landwirtschaftsministeriums (Defra). Es geht jetzt für dieses Wirtschaftsjahr von Importen von mehr als 1,9 Mio. t Weizen und fast 2,2 Mio. t Mais aus. Hinzu kommen kleinere Mengen Gerste, Hafer und sonstige Getreidearten.

Ungewöhnliche Position
Großbritannien ist zum zweiten Mal in Folge Nettoimporteur von Getreide. Grund sind die Erntejahre 2012 und 2013, die beide nur eine sehr geringe Weizenernte brachten. Dagegen weist Großbritannien bei einer mittleren Ernte immer einen leichten Exportüberschuss auf. (db)
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Importe 2013/14 allerdings deutlich niedriger. In der Saison 2012/ hatte Großbritannien Zukaufbedarf für fast 3,0 Mio. t Weizen, von denen etwa ein Drittel aus Deutschland stammte. Wesentlich höher als im Vorjahr sind dafür die aktuellen britischen Maisimporte.

Der Getreideverbrauch 2013/14 wird voraussichtlich ähnlich hoch sein wie im Vorjahr, zeigen die Defra-Zahlen weiter. Innerhalb der Getreidearten und Verwendungsrichtungen gibt es aber Veränderungen. Einer kleineren Weizenvermahlung steht ein höherer Verbrauch für die Malzindustrie gegenüber.

Höher als im Vorjahr ist auch der Getreideverbrauch für die beiden britischen Ethanolwerke Vivergo und Ensus. Das letztere gehört seit 2013 zum Cropenergies-Verbund. Das Defra weist den Getreideverbrauch allerdings nicht gesondert aus. Es handelt sich nach Marktschätzungen um wenige 100.000 t, also Welten entfernt von der Verarbeitungskapazität von etwa 2 Mio. t Getreide, die beide Anlagen zusammen bei Volllast brauchen würden.

Das HGCA erwähnt die unsicheren Perspektiven für die Ethanolherstellung und führt dafür den hohen wirtschaftlichen Druck an. Außerdem verarbeiten die Anlagen nach HGCA-Informationen zurzeit mehr Mais als Weizen. (db)
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