Getreidebilanz

Britische Verarbeiter sparen bei Weizen


Obwohl die britische Weizenernte 2013 mit 11,9 Mio. t noch einmal 10 Prozent geringer als im bereits schwachen Vorjahr ausgefallen ist, bezeichnet das Getreideamt HGCA in London die Versorgung auf der Insel als "ausgeglichen". Als Grund nennen die Marktexperten den geringeren Weizenbedarf in der Saison 2013/14.

Verbrauchszahl abgesenkt

Zwei Werke im Fokus
Weizenbedarf für die industrielle Verwendung haben das von der deutschen Cropenergies 2013 gekaufte Ethanolwerk von Ensus sowie das zur Associated British Foods und DuPont gehörende Werk von Vivergo. Bei voller Kapazitätsauslastung verarbeiten die beiden Fabriken zusammen etwa 2 Mio. t Getreide - vor allem Weizen. Diese Menge wird aktuell bei Weitem nicht erreicht. Genaue Zahlen sind allerdings nicht verfügbar. (db)
Ein Faktor ist die kleinere Nachfrage der Tierhalter und Mischfutterwerke, die in dieser Saison zunehmend Mais statt Futterweizen in den Rationen verwenden. Angepasst hat das Landwirtschaftsministerium (Defra) in seinen am Mittwoch aktualisierten Getreidebilanzen jedoch auch den Weizenbedarf für die "menschliche und industrielle Verwendung". Hierfür rechnet das Ministerium 2013/14 mit 7,5 Mio. t. In der ersten Defra-Schätzung im November 2013 lag die Zahl noch etwa 300.000 t höher. Näher schlüsselt das Ministerium diesen Verbrauch allerdings nicht auf und nennt auch keine Gründe für den Rückgang. Das HGCA interpretiert die Absenkung vor allem damit, dass die beiden britischen Ethanolwerke weniger Weizen brauchen als bisher erwartet.

Weizenimporte schrumpfen

Einen Rückgang um 45 Prozent sagt das Defra für die Weizenimporte 2013/14 voraus. Mit gut 1,6 Mio. t statt fast 2,9 Mio. t im Vorjahr sinken auch die Absatzchancen für deutschen Weizen. Im vergangenen Wirtschaftsjahr stammte von den gesamten britischen Weizenimporten etwa ein Drittel aus Deutschland.

Der Rückgang der deutschen Lieferungen spiegelt sich auch in der Zollstatistik. Hinzu kommt, dass Großbritannien bis November 2013 bereits 1,2 Mio. t Weizen zugekauft hat. Trifft die Defra-Prognose zu den Gesamtimporten ein, bliebe für die Monate Dezember bis Juni nur noch ein Importvolumen von etwa 400.000 t Weizen übrig. (db)
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