Neuorientierung

Britischer Weizenmarkt volatiler


Für die Preisbildung der neuen Ernte ist in Großbritannien der Kurs für Futterweizen in London zum Liefermonat November 2014 relevant. Jack Watts, Getreideanalyst beim britischen Getreideamt HGCA, weist darauf hin, dass jetzt die „„psychologisch wichtige" Marke von 150 GBP/t (umgerechnet etwa 180 €/t) unterschritten ist. Der Kurs ist innerhalb von vier Wochen um etwa 10 GBP/t gefallen. Damit ist, so Watts weiter, auch mehr „unterschwellige Volatilität" in die Kurse zurückgekehrt, nachdem es zuvor eine lange Phase mit stabilen Notierungen gegeben hatte.

Nasses Wetter ohne Einfluss

Keinen Einfluss auf die Weizenkurse zur neuen Ernte hat das Wetter, das in Großbritannien 2014 so nass begonnen hat wie sich das alte Jahr 2013 verabschiedet hat. Die Meteorologen berichten, dass in einigen Regionen Südenglands und einem Großteil Schottlands im Dezember mehr als die doppelte Regenmenge gefallen wie als im langjährigen Durchschnitt.

Watts relativiert jedoch, dass erst die Witterung im Frühjahr und Sommer den Ausschlag für die Erträge der heranwachsenden Wintergetreidekulturen geben wird.

Weizen als Futter zu hochwertig

Nach wie vor steht Großbritannien unter dem Eindruck einer geringen Weizenernte 2013 von nur 11,9 Mio. t. Die Vorjahresernte 2012 war mit 13,3 Mio. t auch schon deutlich unterdurchschnittlich. Üblicherweise bewegt sich die britische Weizenernte zwischen 14 und 16 Mio. t. Zur Ernte 2013 merkt Watts jedoch an, dass sie ausgezeichnete Qualitäten gebracht hat. So gelangt der britische Weizen nur selten in den Futtertrog.

Mischfutterhersteller warten auf Mais

Die Mischfutterwerke nutzen in der aktuellen Saison britische Gerste, die 2013 üppig geerntet worden ist. Zusätzlich importieren sie Mais, der in dieser Saison - anders als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr - wieder reichlicher am Weltmarkt verfügbar ist. Allerdings sind diese Maislieferungen - wie auch nach Deutschland - sehr zäh angelaufen, weil es wegen den späten Ernten in Frankreich und Osteuropa zu Verzögerungen gekommen ist. Deswegen deuten die Daten der britischen Zollbehörde bis November 2013 noch auf recht hohe Weizenimporte aus EU-Ländern und hier vor allem aus Deutschland hin. (db)
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