Marktverwaltung

Brüssel senkt Maiszölle

Für Einfuhren von Mais erhebt die EU-Kommission ab sofort einen Zoll von 4,49 €/t. Seit 1. Oktober hatte er 10,44 €/t betragen, nachdem er zum 1. Juli 2014 auf 5,32 €/t festgesetzt worden war. Seit dieser Saison tritt die Europäische Union mit Zöllen für Maisimporte wieder auf die Bremse. In den drei Jahren davor waren die Zölle wegen hoher Weltmarktpreise auf Null gesetzt.

Ukraine-Kontingent längst ausgeschöpft

Von diesen nach Marktlage festgesetzten Zöllen ausgenommen sind die Maisimporte im Rahmen von Kontingenten. Das zollfreie Kontingent für die Ukraine von 400.000 t Mais ist allerdings für 2014 längst ausgeschöpft. Deswegen sind Lieferungen von dort unmittelbar den aktuellen Zollsätzen ausgesetzt. Die Analysten von Agritel hatten zu Wochenbeginn berichtet, dass wegen der EU-Zölle aus der Ukraine kaum noch Mais gekommen sei.

Importe noch deutlich über Vorjahr

Auch insgesamt hat sich der Zustrom von Mais in die EU im Oktober deutlich verlangsamt. Neben den hohen Zöllen hat sich der Beginn der eigenen hohen Körnermaisernte ausgewirkt. Im mehrjährigen Vergleich sind die Maiseinfuhren im bisherigen Verlauf des Wirtschaftsjahres jedoch mit gut 2,6 Mio. t bis Ende Oktober sehr hoch. Nach den Statistiken der EU-Kommission übersteigen sie die Importmengen zum gleichen Zeitpunkt in den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren um 50 und 40 Prozent.

Weltmarkt befestigt sich

Aktuell werden die internationalen Maispreise durch eine verzögerte US-Ernte gestützt. Außerdem verzögert sich in Brasilien die gesamte Aussaat. Bereits jetzt wird damit gerechnet, dass die brasilianische Maisernte 2014/15 deutlich unter dem Vorjahr bleibt. In der EU wiederum haben Meldungen über eine höhere Mykotoxin-Belastung von Körnermais Ende Oktober die Preise gestützt. (db)
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