Märkte am Mittag

Bullen am Kassamarkt in Deckung


Hiesige Marktteilnehmer verdauen heute die Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums USDA von gestern. Die Geschäftstätigkeit am deutschen Kassamarkt wird als ruhig beschrieben. Unterdessen liegt der Mahlweizenkurs zum Fronttermin November an der Matif in Paris am Mittag 1 €/t im Plus gegenüber Vortag. Er wird mit 184,25 €/t bewertet. Rapssaat zum Termin November ist 2,50 €/t fester als am Dienstag und wird mit 365,75 €/t bewertet. In Chicago liegen Weizen, Mais und der Sojakomplex im grünen Bereich. Besonders deutlich fällt weiterhin das Plus bei der Sojabohne aus.

Korrektur der Sojaernte überfällig

Die Sojabohnenkurse in Chicago profitieren von der deutlichen Abwärtskorrektur für die US-Sojabohnenernte 2013 im USDA-Bericht von gestern. Das USDA hat die Prognose für die Produktion um rund 4,5 Mio. t gegenüber Vormonat auf 88,6 Mio. t gesenkt. Große bullische Fantasien am deutschen Kassamarkt bleiben aus: Händler und Makler hierzulande halten die Korrektur für angemessen angesichts der jüngst trockenen Witterung in den US-Mais- und Sojaanbaugebieten. Von einzelnen Marktteilnehmern ist sogar zu hören, dass die Anpassung „überfällig“ gewesen sei. Die US-Maisernte schätzt das USDA gleichfalls knapp 5 Mio. t niedriger als im Juni ein. Hier hätte manch ein Marktteilnehmer noch eine größere Korrektur erwartet.

Auseinander gehen die Einschätzungen der Marktteilnehmer darüber, welche Auswirkungen die Prognose einer kleineren US-Sojaernte auf die Ölsaatenpreise haben wird. „Das Angebot an Ölsaaten bleibt weltweit groß genug“, meint ein Marktbeteiligter aus Südwestdeutschland. Er gehe daher von einer Seitwärtsbewegung – auch bei den Rapspreisen – aus. Ein Händler aus dem Nordwesten teilt die Einschätzung, dass globale Weizen-, Mais- und Ölsaatenernten die Aufwärtsfantasien für die Preise begrenzen. Er will aber auch nicht ausschließen, dass die Ölsaaten vielleicht noch etwas Potenzial nach oben haben.

Mehr Raps wird weggepackt

Am deutschen Rapsmarkt wird das Geschehen unterdessen als ruhig beschrieben – trotz Erntezeit. In einigen Regionen Deutschlands haben Niederschläge den Drusch in den vergangenen Tagen unterbrochen – so in Ostniedersachsen. „Daher ist auch bei uns Erfassungshändlern der Druck ein bisschen raus“, meint ein Marktteilnehmer aus der Region im Gespräch mit agrarzeitung.de.

Sowohl im Süd- als auch im Nordwesten berichten Händler und Makler von einer größeren Einlagerung bei Raps durch die Landwirte als im Vorjahr. Die Ölmühlen schätzen sie bis September/Oktober als recht gut gedeckt ein. Ölmühlen am Oberrhein bewerten Raps ex Ernte mit Preisen um 355 €/t, in Salzgitter wird das Preisniveau mit 357 €/t angegeben.

Bei Weizen berichten Marktteilnehmer im Nordwesten ebenfalls von einem ruhigen Marktgeschehen. „In Ostniedersachsen ist die Ernte erst zur Hälfte durch, in anderen Regionen Niedersachsens ist noch weniger gedroschen“, schätzen Erfasser die Lage ein. (pio)
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