Märkte am Mittag

Bullische Impulse schwer zu finden


Der Mahlweizenkurs an der Matif in Paris pendelt heute Mittag um den Nullpunkt. Mit 198 €/t wird der Weizen gegen 13 Uhr bewertet, das ist ein hauchdünnes Plus von 0,25 €/t gegenüber Vortag. Raps in Paris wird zu dem Zeitpunkt mit 420 €/t notiert, das sind 0,75 €/t mehr als am Donnerstag. In Chicago liegt Mais zur alten Ernte im Plus, während die neuerntigen Termine schwächer tendieren. Weizen schreibt rote Zahlen, die Sojabohne tendiert fester.

Nachdem der Mahlweizenpreis an der Matif in dieser Woche die psychologisch wichtige Marke von 200 €/t unterschritten hat, haben sich Landwirte faktisch komplett vom Markt zurückgezogen, heißt es von Händlern im Norden und Nordwesten. „Die Frage ist, ob sich die Landwirte ex Ernte mit einem niedrigeren Preisniveau anfreunden werden oder die Ware erst einmal einlagern und später handeln“, sagt ein Marktteilnehmer aus dem Nordwesten. Der Anteil der Vorkontrakte, den Erzeuger für die neue Ernte geschlossen haben, liegt weiter deutlich hinter dem für diese Jahreszeit üblichen Niveau – sowohl bei Getreide, als auch bei Raps.

Händler selbst sehen derzeit keine bullischen Argumente für die Preisentwicklung bei Weizen. „Wir werden für den Novembertermin an der Matif noch 180 Euro sehen“, prognostiziert ein Marktteilnehmer.

Einzig die Mühlenwirtschaft soll nach dem Fall der Matifpreise unter die 200-Euro-Marke wieder aktiver geworden sein, wie Marktteilnehmer aus Niedersachsen und Bayern berichten. Mehlkunden würden Anfragen platzieren, die Mühlen entsprechend Preisniveaus abfragen, um ihren Kunden Angebote machen zu können. „Ich erwarte, dass da in den kommenden drei Wochen ein bisschen was an Geschäft laufen wird“, heißt es aus dem Nordwesten.

Bei insgesamt ruhiger Geschäftstätigkeit am deutschen Kassamarkt wird B-Weizen, franko Hamburg, Basis September, mit Geldkursen 5 €/t über dem Matif-November-Termin bewertet. Der Briefkurs liegt in etwa 7 €/t über dem Matif-Kurs. An der Ostsee berichten Marktteilnehmer von Geschäften für Futtergetreide wie Roggen und Triticale aus Polen.

Der Markt stellt sich hierzulande unterdessen weiter auf einen etwas verspäteten Erntebeginn ein. In Südrussland sollen unterdessen schon die ersten Wintergetreidebestände gedroschen werden. (pio)
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