Weizenimport

Bunge geht gegen Ägypten vor

Kürzlich hat Ägypten eine Weizenlieferung aus Frankreich wegen mutmaßlich überhöhtem Mutterkornbefall abgewiesen. Der Lieferant, der Agrarkonzern Bunge, geht nun dagegen vor. Nach Angaben des Unternehmens hat die Weizenlieferung den Grenzwert von 0,05 Prozent Mutterkorn bei Verladung eingehalten. Diese Vorgabe war in den Kaufverträgen festgelegt gewesen. Deshalb will Bunge nun rechtliche Schritte einleiten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Die Qualität der Ware wurde zwar in Frage gestellt, aber die Fakten sind klar“, kommentierte das Unternehmen seine Entscheidung ohne weitere Details zu nennen.

Nach Angaben der ägyptischen Behörden hatte die Weizenlieferung nicht den Einfuhrbestimmungen entsprochen. Bunge widerspricht dem: Ein von der staatlichen ägyptischen Getreideeinkaufsbehörde GASC bestellter Kontrolleur habe die Qualitätszertifikate abgenommen und unterzeichnet. Auch hätten phytosanitäre Papiere französischer und ägyptischer Behörden die „Übereinstimmung der Lieferung mit ägyptischen Vorgaben und Regularien“ bestätigt, zitiert Reuters Bunge weiter.

Markt reagiert verunsichert

Ein Sprecher der GASC entgegnet, dass die Importbestimmung generell vorsehen, dass Weizenlieferungen auch in Ägypten selbst von den zuständigen Agrar- und Gesundheitsbehörden genehmigt werden müssen. Darüber hinaus wollte die GASC die Entscheidung von Bunge, rechtliche Schritte einzuleiten, nicht kommentieren.

Marktteilnehmer geben zu bedenken, dass Ägypten widersprüchliche Angaben zu seinen Qualitätsanforderungen verbreite und damit Händler verunsichere. Während die GASC mitteile, Lieferungen mit einem Mutterkornbesatz von bis zu 0,05 Prozent zu akzeptieren, wolle das Agrarministerium solche Ware grundsätzlich ablehnen. Marktteilnehmer rechnen daher auch künftig mit Risikoprämien bei den Offerten für ägyptische Importtender. (pio)
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