Milchmarkt

Butterpreis treibt Rohstoffwert


Der hohe Butterpreis sorgt für eine Trendwende auf dem Milchmarkt.
-- , Foto: Brakes
Der hohe Butterpreis sorgt für eine Trendwende auf dem Milchmarkt.

Der Milchmarkt in Deutschland zeigt deutliche Anzeichen für eine Preiserholung. Im Juli erhöhte sich der aus den Marktpreisen für Butter und Magermilchpulver ermittelte Kieler Rohstoffwert Milch um 3,0 Cent 25,1 Cent je kg Milch. Das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent teilt das Institut für Ernährungswirtschaft Kiel (IFE) mit, das den Index monatlich ermittelt. Die Erhöhung des Kieler Wertes ist insbesondere durch die deutliche Erhöhung der Butterpreise im Monat Juli zu erklären. Sie stiegen um 20,1 Prozent auf 312,80 €/100 kg.

Magermilchpulver bleibt Preisbremse

Der Magermilchpulverpreis stieg dagegen nur um 2,9 Prozent auf 170,10 €/100. Bereits im Juni hatte der Rohstoffwert um 1,8 ct/kg zugelegt. Im April und Mai waren die Zuwächse mit 0,2 und 0,3 ct/kg noch gering ausgefallen. Den diesjährigen Tiefststand erreichte er im März mit 19,8 ct/kg. Erstmalig seit dem Frühjahr 2014 steigt der Kieler Rohstoffwert im Juli über den Wert des Vorjahresmonats. Im Vergleich zum Juli 2015 liegt er nun 6 Prozent oder 1,4 ct/kg höher. Definiert ist der Wert für Rohmilch ab Hof des Milcherzeugers mit 4,0 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß und ohne Mehrwertsteuer.

Nachfrage in Asien zieht wieder an

Auch das Washingtoner Agrarministerium USDA sieht Anzeichen für eine Erholung des Milchmarktes und liefert auch eine Erklärung für die nach wie vor relativ schwachen Magermilchpulverpreise. Zwar habe sich Magermilchpulver seit Anfang Mai in den dominierenden Exporthäfen Ozeaniens um 11 Prozent verteuert. Große Lagerbestände und umfangreiche Interventionsmengen in der Europäischen Union, würden jedoch einen weiteren Preisanstieg bremsen. Trotzdem sehen die USDA-Experten eine Erholung des globalen Milchmarktes. Im laufenden Jahr werde die weltweite Erzeugung nur noch um 1,2 Prozent auf 500 Mio. t steigen. Für steigende Preise würden ein geringeres Exportangebot sowie eine anziehende Nachfrage nach Vollmilchpulver in vielen asiatischen Ländern sprechen. Das USDA erhöhte seine Prognose für die diesjährigen chinesischen Importe von Vollmilchpulver um 15.000 t auf 375.000 t, das wären 8 Prozent mehr als 2015. (SB)
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