Märkte am Morgen: Getreide

Chicago drückt auf Weizenkurse

Weizen: Rückläufige Weizennotierungen in Chicago setzten auch die Kurse an der Matif etwas unter Druck. Der Dezember verlor 1 €/t und notierte mit 160 €/t. Unterschwellig belastet die große Weizenernte am Schwarzen Meer. Dort stehen größere Weizenexporte an, die bisher aufgrund von logistischen Problemen erst verhalten angelaufen sind. Immerhin hat Russland in diesem Geschäftsjahr bereits 6,6 Mio. t Weizen exportiert. Die fob-Preise in den Schwarzmeerhäfen sind nach dem Verkauf von 240.000 t Weizen nach Ägypten um 2 US-$/t auf 169 US-$/t angezogen.
 
Am Hamburger Markt haben sich die Prämien etwas befestigt, da sich der Weizenhandel auf Oktober fokussiert. Für Weizen mit 12 Prozent Protein forderten die Abgeber eine Prämie von 2 €/t über Matif-Dezember, die Käufer lagen mit ihren Geboten 1 €/t darunter.
 
In Chicago ruderten die Weizenpreise um 8,6 Cent/bushel für den Frontmonat zurück. Der Dezember fiel auf 3,96 US-$/Bushel und unter die psychologische Marke von 4 US-$/Bushel. Dabei überstiegen die wöchentlichen Exportanmeldungen der USA mit 875.000 t Weizen die Erwartungen der Analysten deutlich. In Chicago halten die Fonds mit 127.000 Kontrakten weiterhin ein gewaltiges Potenzial an Short-Positionen, die zumindest für kurzfristige Kursausschläge nach oben gut sein dürften.
 
Mais: Die Kurse in Chicago geraten unter Erntedruck und gaben erneut nach. Der Dezember verlor 7,4 Cent/bushel und fiel auf 3,29 US-$/Bushel. Die Wetteraussichten lassen in einigen Teilen des Maisgürtels für die kommenden Tage zügige Fortschritte bei der US-Maisernte erwarten. Am Wochenanfang waren 15 Prozent der US-Flächen geräumt. Im Schnitt der vorangegangen Jahren waren zu diesem Zeitpunkt bereits 19 Prozent unter Dach und Fach.
 
An der Matif verlor Mais in sehr ruhigem Handel ebenfalls. Der November gab 2,25 €/t auf 160,50 €/t nach. (St) 
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