Märkte am Morgen: Getreide

Chicago drückt weiter auf Weizen

Weizen: An der Matif standen die Weizennotierungen in der letzten Sitzung der Vorwoche erneut unter schwachen Vorgaben Chicagos. Ein festerer Euro belastet zusätzlich und der Mai fiel auf 178 €/t, der Dezember notierte 1 €/t niedriger. Am Freitag fanden an der Matif keine Notierungen statt.
 
ADM Germany erwartet für Deutschland eine Weichweizenernte von 25,7 Mio. t und damit 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die europäische Weichweizenernte taxieren die Hamburger Getreideexperten auf 139,1 Mio. t. Dies wären in der EU 6,4 Prozent weniger als 2014.
 
In der Vorwoche wurden in der EU neue Exportlizenzen für Weichweizen von 587.000 t gezogen. Der größte Teil der Lizenzen wurde mit 274.000 t Deutschland genommen. In den deutschen Seehäfen finden zurzeit umfangreiche Verladungen statt. In der Summe wurden in diesem Wirtschaftsjahr in der EU 27,7 Mio. t Exportlizenzen gezogen.
 
Der größte französische Silobetreiber Senalia im Matif-Andienungsort Rouen stoppt die Weizen-Andienungen bis auf weiteres. Der Lagerbetreiber begründet die Maßnahme mit schleppenden Export-Verladungen und fehlenden Neuaufträgen.
 
In Chicago hat sich der Verfall der Kurse am Freitag zwar etwas abgeschwächt, doch am Vortag gaben die Kurse bis zweistellig nach. Druck kam vor allem von den jüngsten US-Exportzahlen, die für 449.000 t mit einem negativen Vorzeichen ausgewiesen wurden. Dahinter verbergen sich größere Stornierungen und die Verschiebung von Exportkontrakten in die neue Ernte.  
 
Marokko führt zum 1. Mai Importzölle von 75 Prozent auf Weizen ein. Das nordafrikanische Land erwartet eine sehr gute Weizenernte von 11 Mio. t. Marktbeobachter erwarten Probleme für bestehende Import-Verpflichtungen, die noch nicht abgewickelt sind. Ägypten gibt bekannt, dass es seit Mitte April und dem Beginn der neuen Saison bereits 750.000 t Weizen von den lokalen Märkten aufgekauft hat. Die Ägypter wollen 3,7 Mio. t Weizen aus dem regionalen Umfeld kaufen.
 
Mais: Die Notierungen in Chicago standen erneut unter Druck. An den beiden vergangenen Handelstagen gaben die Kurse etwas nach. Die Vogelgrippe in den USA und Erwartungen an große Fortschritte bei der Maisaussaat drückten. Der Markt geht davon aus, dass am Wochenanfang die Aussaat zu etwa 50 Prozent abgeschlossen ist.  
 
An der Matif notierte Mais am vorangegangen Handelstag erneut schwächer. Der Juni-Termin fiel auf 157 €/t ab. Die EU-Importlizenzen fielen mit 124.000 t Mais kleiner als in den Vorwochen aus. In dieser Saison haben sie sich auf knapp 7,9 Mio. t summiert und liegen erheblich unter dem Vorjahreswert von knapp 12 Mio. t zu diesem Zeitpunkt. (St)
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