Märkte am Morgen: Getreide

Chicago erholt sich wieder

Weizen: Die Matif konnte den festeren Vorgaben aus Chicago nichts abgewinnen. Mit einem festen Dollar gaben die europäischen Weizennotierungen doch einmal etwas nach. Der Dezember fiel auf 173 €/t und auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Der März notierte bei knapp 179 €/t. Neben dem Währungseinfluss könnte eine Anbauausdehnung der französischen Weizenfläche für den Druck gesorgt haben. Frankreich wird in diesem Jahr seiner Weizenfläche um 1,5 Prozent und auf den höchsten Stand seit 80 Jahren ausdehnen. Die französischen Weizenbestände sehen unverändert spitzenmäßig aus und auch in Großbritannien haben sich die Winterweizenbestände sehr gut entwickelt.
 
In Chicago sorgten Shortabdeckungen für neuerlichen Aufwind bei den Weizenfutures. Der März notierte nach ein Plus von 5,6 Cent/bushel mit 4,84 US-$/bushel und zeigt nach den schwachen Vortagen wieder Erholungstendenzen. Die Fonds bauten in der Vorwoche ihre Shortpositionen kräftig ab, sitzen aber immer noch auf einem Short-Engagement von umgerechnet 10,5 Mio. t. Auf Sicht lässt sich dadurch eine technische Erholung für die Chicagoer Weizennotierungen absehen. Heute Morgen bewegen sich die Chicagoer Weizennotierungen an der elektronischen Börse erneut im grünen Bereich.
 
Kanada hat eine Weizenernte von 27,6 Mio. t eingefahren, berichtet Statistics Kanada. Die vorangegangene Schätzung wurde um 1,6 Mio. t nach oben korrigiert und liegt über den Erwartungen des Marktes.
 
Südafrika hat seine Steuer auf Weizenimporte auf einen neuen Rekordwert von 85 US-$/t angehoben und verteuert damit künftige Weizenimporte erheblich. Mit der Maßnahme will das Land seine eigenen Farmer stärker schützen. Südafrika war in den Vorjahren eine feste Destination für die deutschen Weizenexporteure.
 
Mais: Das festere Umfeld von Weizen und Soja färbte auf die Maisfutures in Chicago ab. Die Kurse zogen für die vorderen Termine im neuen Jahr 4,4 Cent/bushel an. Der März notierte bei 3,81 US-$/bushel. Die stabilere Tendenz der Vortage setzte sich fort, auch wenn sie durch Shortabdeckungen ausgelöst wurde. Die Fonds haben in der Vorwoche ihre netto-Shortpositionen um fast 21.000 Kontrakte abgebaut. Zusätzliche Unterstützung bekam der US-Mais von der sehr verhaltenen Verkaufsbereitschaft der US-Farmer, die auf höhere Maispreise im neuen Jahr setzen.
 
An der Matif schloss Mais neutral und unwesentlich verändert. Der Januar notierte bei 165,25 €/t. (St)
 
Kanada erwartet mit einer Maisernte von 13,6 Mio. t ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Brasilien hat das Handelsunternehmen Safras & Mercado die Schätzung für die kommende Ernte um 700.000 t auf 88,6 Mio. t angehoben. 
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