Märkte am Morgen: Getreide

Chicago hält den Weizen hoch

Weizen: Kleinere Gewinnmitnahmen leiteten eine Konsolidierung beim Matif-Weizen ein.  Der Frontmonat Dezember schloss mit knapp 181 €/t unverändert, die übrigen Kurse gaben 0,50 €/t nach. Der Chicagoer Rally konnte der europäische Weizenmarkt zum Wochenschluss anscheinend nicht mehr viel abgewinnen. Im Saldo geht der Matifweizen aber mit einem Plus von knapp 2 €/t aus der Woche.
 
Die Chicagoer Weizenrallye setzte sich fort. Charttechnische Signale ließen den Frontmonat Dezember um 7 Cent/bushel auf 5,22 US-$/bushel ansteigen. Die Notierungen bewegen sich wieder oberhalb des 100-Tage-Durchschnitts. Die Fonds reduzierten in der Vorwoche ihre netto-Shortpositionen um rund 19.000 Kontrakte und dürften in Anstieg befeuert haben. Inzwischen liegen die Chicagoer Weizenkurse fast 30 Cent/bushel über dem in Kansas notierten proteinreicheren HRW-Weizen, der typischerweise ein Aufgeld gegenüber Chicago verbucht. Ernsthafte fundamentale Gründe für die ungewöhnliche Entwicklung fehlen. Selbst für die trockenen Teile des südlichen zentralen Weizengürtels der USA ist inzwischen Regen in der Vorhersage.
 
Auf der südlichen Hemisphäre sieht es für die neue Weizenernte  durchwachsen aus. Für Argentinien erwartet die Börse in Buenos Aires eine Weizenernte von 9,5 Mio. t und liegt damit 1 Mio. t unter der USDA-Schätzung. Die argentinische Ernte wäre damit die kleinste seit drei Jahren. In Australien kommen nach heftigen Regenfälle in den New South Wales, dem zweitgrößten Weizenproduzenten des Kontinents, und Unwetter in Westaustralien Qualitätssorgen auf.  
 
Die Türkei hat in diesem Jahr eine Rekordweizenernte von 23 Mio. t eingefahren. Die Ernte übertrifft das Vorjahresergebnis um 4 Mio. t. Ägypten hat Aussagen des Versorgungsministeriums zufolge strategische Weizenreserven aufgebaut, die bis Mitte April kommenden Jahr ausreichen sollen.

Mais: In Sympathie mit festeren Weizen- und Sojanotierungen konnten sich die Chicagoer Maisnotierungen mit leichten Notizgewinnen gut behaupten. Der Dezember notierte mit 3,82 US-$/bushel. Die Maisernte in den USA sollte in der Vorwoche gut vorangekommen sein. Es wird erwartet, dass sie zu Wochenanfang zu 85 Prozent abgeschlossen war.
 
In Paris stand der Frontmonat unter technischen Vorzeichen verlor 1,50 €/t. Die übrigen Termine legten allerdings etwas zu. Der November Termin für den Maishandel an der  Matif hat am Donnerstag dieser Woche seinen letzten Handelstag. (St) 
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