Märkte am Morgen: Getreide

Chicago lässt den Weizen steigen


Weizen: Nach schwachem Start bringen festere Vorgaben aus Übersee die Weizenkurse für die neue Ernte in den grünen Bereich. Der Mai notiert knapp behauptet bei 151,0 €/t, war zwischenzeitlich aber auf 149,00 €/t und ein neues Kontrakttief gefallen. Am Hamburger Markt haben die schwächeren Börsenkurse zu einer Anhebung der Prämien geführt. Für Weizen Basis 12 Prozent Protein hoben die Käufer ihre Gebote auf 4,00 €/t über Matif-Mai an.
 
Die europäische Weizenernte könnte nach einer Umfrage von Bloomberg mit knapp 155 Mio. t etwa 3,4 Prozent niedriger als im Vorjahr ausfallen. Die Weichweizenernte würde nach dem Umfrageergebnis bei 145,8 Mio. t liegen. Strategie Grains hatte in der Vorwoche seine Prognose für die europäische Weichweizenernte auf 144,7 Mio. t angehoben. Für Deutschland lässt sich nach den Analysten-Schätzungen eine Weizenernte von 26 Mio. t erwarten, die sich in etwa mit der Schätzung des DRV deckt.
 
In Chicago lösten Shortabdeckungen eine kleine Rallye bei Weizen aus. Die Notierungen stiegen mehr als 3 Prozent an. Der Mai notierte nach einem Plus von 13 Cent/bushel bei 4,73 US-$/bushel. In der Vorwoche hatten die Fonds ihre Shortpositionen kräftig und auf ein neues Rekordniveau aufgestockt. Im südlichen US-Weizengürtel haben starke Niederschläge zu Überschwemmungen geführt. Auch dies könnte den Auftrieb kurzfristig begünstigt haben. Allerdings dürften die Niederschläge in den US-Plains eher bärische Signale setzen. Der Zustand der US-Winterweizenbestände hat sich gegenüber der Vorwoche zwar um 1 Prozent verschlechtert, aber 57 Prozent der Flächen werden mit gut bis exzellent bewertet.
 
Für die Ukraine zeichnen sich bessere Perspektiven für die diesjährige Weizenernte ab. Die französischen Analysten von Agritel haben ihre Schätzung durch gute Aussichten für die Sommerweizenaussaat auf 19,3 Mio. t angehoben. Im Vorfeld hatten meteorologische Institute in der Ukraine noch einen Rückgang auf 17 Mio. t prognostiziert.
 
Mais: Der Chicagoer Mais knüpfte an die stetige Aufwärtstendenz der Vortage an. Die Kurse legten bis zu 3 Cent/bushel zu. Der Mai notierte mit 3,81 US-$/bushel. Anregungen bekamen die Kurse vom festeren Weizen und von den gedrückten Aussichten für die zweite brasilianische Maisernte aufgrund des trockenen Wetters in Brasilien. Die Maisaussaat den USA kam besser als erwartet voran. Zum Wochenanfang waren 13 Prozent der geplanten Flächen bestellt.
 
An der Matif konnten sich die vorderen Kurse gut behaupten. Der Juni schloss mit 157,00 €/t. (St)
 
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