Märkte am Morgen: Getreide

Chicago markiert neue Tiefs

Weizen: Die schwachen Vorgaben aus Übersee setzten auch die Weizennotierungen an der Matif unter Druck. Der März verlor 0,50 €/t und fiel auf 181 €/t. Der Frontmonat Januar konnte sich bei kleinen technischen Notizgewinnen dagegen gut behaupten. Die Nachrichtenlage an europäischen Weizenmärkten war dürftig.
 
In Frankreich wird ein drittes Schiff für den Weizenexport nach Indonesien verladen. Für den Export nach Indonesien sind Agenturberichten zufolge 400.000 bis 500.000 t Weizen in der Planung. Die Zielgröße soll sogar bei 1 Mio. t liegen. Ansonsten richtet sich der Fokus des Marktes auf die heutige Entscheidung der Europäischen Zentralbank. Der Markt rechnet mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. Dies könnte zu zusätzlichem Druck auf den Euro führen, falls die EZB-Entscheidung nicht schon eingepreist sein sollte.
 
In Chicago gaben die Weizenkurse sechsmal hintereinander nach. Die Notierungen fielen auf den tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren. Der Dezember-Kontrakt markierte sogar ein neues Allzeittief. Das große globale Weizenangebot, aber vor allem der feste Dollar-Index, der auf den höchsten Wert seit zwölf Jahren geklettert ist, drückten die Chicagoer Notierungen.
 
Die Spannungen zwischen Russland der Türkei haben Agenturberichten zufolge bisher noch zu keinen Einschränkungen bei der Abwicklung der russischen Weizenexporte in die Türkei geführt. Die Ukraine signalisiert bereits Lieferbereitschaft, falls die Russen ihre Weizenlieferungen in die Türkei einschränken sollten. Im Januar und Februar finden aber witterungsbedingt keine Verladungen am Asowschen Meer  statt.
 
Mais: In Chicago gab Mais wieder nach. Der März verlor 3,4 Cent/bushel und notierte bei 3,70 US-$/bushel. Der festere Dollar-Index, eine rückläufige wöchentliche US-Ethanolproduktion und die geplante Ausdehnung der argentinischen Maisfläche drückten. Die Farmer in Argentinien könnten den Maisanbau sogar noch um mehr als 10 Prozent ausweiten, falls die Exportsteuern für Sojabohnen in Argentinien nur auf 30 Prozent gesenkt werden sollten, mutmaßen Analysten.
 
An der Matif gaben die Maisnotierungen für die beiden vorderen Termine 0,50 €/t nach. Der Januar notierte knapp unter 165 €/t. (St)
 
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