Märkte am Morgen: Getreide

Chicago pusht den Weizenpreis

Weizen: In Chicago ziehen die Weizenpreise wieder deutlicher an. Der Juli macht 14 Cents/Bushel gut und notiert mit 532 Cents/Bushel. Ernteverzögerungen durch massive Regenfälle im Mittleren Westen und mögliche Qualitätsprobleme lösen Shortabdeckungen der Fonds und die Tagesrallye aus.  
 
Die Matif reagiert erstaunlich gelassen und notiert den Dezember-Weizen mit knapp 188 €/t nur 1,50 €/t fester. Die Termine im neuen Jahr springen aber zeitweise über die 190er Marke. Kurzfristig sieht es bullisch aus, denn zum Monatswechsel erwarten die Meteorologen in Westeuropa eine Hitzewelle mit Temperaturen bis weit über 30 °C. Dies dürfte die Weizenbestände in den zuletzt sehr trockenen Anbaugebieten des nördlichen Frankreichs und in Teilen Deutschlands erheblich stressen.
 
Die Weizenexporte aus der EU schwächen sich zum Ende der Kampagne ab. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 361.000 t Weichweizen gezogen. Sie haben sich dieser Kampagne auf mehr als über 31 Mio. t aufaddiert. In der kommenden Woche veröffentlicht die EU-Kommission die finale Exportbilanz.
 
Der IGC korrigiert erstmals seine Weizenschätzung nach unten. Er taxiert die Weltweizenernte nun auf 711 Mio. t und damit 4 Mio. t niedriger als im Vormonat. Das USDA war zuletzt noch von 721 Mio. t ausgegangen. Für die EU erwartet der IGC eine Weichweizenernte von 141 Mio. t und liegt damit etwas unter den Zahlen von Strategie Grains.
 
Australien könnte in diesem Jahr die niedrigste Ernte seit acht Jahren einbringen, erwartet die Australian National Bank. Aufgrund des er El-Niño Effektes hält sie sogar eine Ernte von unter 20 Mio. t für möglich. Das australische Getreideamt Abares prognostiziert noch eine Weizenernte von 23,6 Mio. t, das USDA sogar von 26 Mio. t.

Mais: In Chicago profitiert Mais vom festen Weizen und strammen Sojanotierungen. Die Kurse ziehen bis zu 11,6 Cents/Bushel an, der Dezember schließt bei 392,2 Cents/Bushel. Im Mittleren Westen wird es nach den jüngsten Regenfällen auch dem Mais langsam zu nass. Medien berichten zudem von regionalen Sturmschäden auf den Maisfeldern. Im Vorfeld des USDA-Flächenreports meldet sich auch der Saatgutkonzern Monsanto zu Wort. Er erwartet eine US-Maisfläche von 88 bis 89 Mio. acres. Die durchschnittlichen Analysten-Umfragen gehen von 89,1 Mio. acres aus.
 
An der Matif legen die Maisnotierungen zum vierten Tag hinter einander zu. Der November schließt bei 169 €/t. In dieser Woche hat die EU-Kommission neue Importlizenzen über 209.000 t Mais erteilt.
 
Der IGC erwartet in seinen neuen Bericht mit 963 Mio. t eine etwas größere globale Maisernte als zuletzt. Im Zuge einer 3,6 Prozent kleineren Weltmaisernte könnten die globalen Endbestände aber um 13 Mio. t schmelzen, so die Einschätzung der Londoner Getreideexperten. Die Ukraine will im nächsten Jahr 1,5 bis 2 Mio. t nach China exportieren. Laut IGC könnte die Ukraine diesem Jahr eine Maisernte von 25 Mio. t einfahren, nach 28 Mio. t im Vorjahr. (St)
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