Märkte am Morgen: Getreide

Chicago rudert kräftig zurück

Weizen: An der Matif kam Weizen mit der Kurskorrektur in Chicago unter Druck. Der September und Dezember notierten 1,50 €/t schwächer, konnten die Tagesverluste aber noch halbieren. Die Aussichten für die europäische Weizenernte sind nach den Auswertungen des EU-Prognosedienstes Mars gut. In Frankreich lassen sich überdurchschnittliche Weizenerträge erwarten. Bis auf Teile Italiens und Spaniens geben die europäischen Weizenbestände keinerlei Anlass zur Sorge. In Rouen hat der größte Silobetreiber nach besseren Exportaussichten seine Tore für Weizenandienungen wieder geöffnet.
 
In Chicago gaben die Weizennotierungen bis zu 22 Cents/Bushel nach. Der Juli-Termin fällt mit Karacho wieder unter die 5-Dollarlinie. Spekulationen über begrenzte Schäden in den südlichen Plains und die Aussicht auf Wetterbesserung lösten eine Verkaufswelle der Fonds aus. Charttechnische Signale verschärften den Verkaufsdruck.
 
Bis zum Wochenende soll es in den südlichen Plains allerdings noch ausgesprochen nass bleiben. Zum Wochenanfang gab es schwere Unwetter und Überschwemmungen in Süden der USA. Meteorologen geben noch keine Entwarnung. Die wöchentliche Crop-Bonitierung der US-Winterweizenbestände blieb unverändert. In Kansas hat sich der Zustand der Weizenbestände etwas verbessert. Die Bonitierung gut/exzellent wurde auf 30 Prozent angehoben.
 
Am Schwarzen Meer scheint es nach Regenfällen etwas besser für den russischen Weizen auszusehen. Die Ukraine erwartet in diesem Jahr überdurchschnittliche Weizenerträge.
 
Das russische Agrarministerium hat eine neue Formel für Exportsteuern ab dem 1. Juli erarbeitet. Wenn der fob-Preis für Weizen über 11.000 Rubel/t (ca. 198,50 €/t) steigt, müssen die Exporteure für die Hälfte des neuen Weizenpreises abzüglich 5.000 Rubel  Steuern bezahlen. Die Regelung muss allerdings noch von der russischen Regierung abgesegnet werden.
 
Mais: Gutes Wachstumswetter und schwache Weizennotierungen ließen die Maiskurse in Chicago mit exakt den gleichen Verlusten wie am Vortag schließen. Der Frontmonat Juli gab 5 Cents/Bushel nach. Zusätzlicher Druck kam vom festen US-Dollarkurs. Die US- Maisaussaat ist wie erwartet zu 92 Prozent abgeschlossen. 74 Prozent der Bestände sind bereits aufgelaufen. In einer ersten Bonitierung sehen 74 Prozent der Maisbestände gut bis exzellent aus. Die erneut beachtlichen wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 1 Mio. t Mais beeindruckten die Börse wenig.
 
An der Matif war die Tendenz für Mais aufgrund der schwächeren Weizennotierungen unterschwellig etwas gedrückt. Die die Kurse konnten sich bei minimalen Notizverlusten aber knapp behaupten. (St)
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