Märkte am Morgen: Getreide

Chicago sorgt für neuen Druck

Weizen: Rückläufige Notierungen in Chicago bringen den Matif-Weizen in die Defensive. Der November verliert 3 €/t, der Dezember gibt 2,50 €/t nach und büßte im Wochenverlauf mehr als 7 €/t ein. Neben den gedrückten Vorgaben aus Übersee dürfte auch psychologisch der jüngste Weizenkauf Ägyptens von 240.000 t am Schwarzen Meer auf die Stimmung an der Börse gedrückt haben.
 
In Chicago fiel Weizen zweistellig ins Minus. Der Frontmonat Juli schloss 11,4 Cents/Bushel schwächer und verlor im Wochenverlauf 14 US-$/t und damit doppelt so viel, als der Matif-Weizen. Das extrem nasse Wetter in den südlichen und südöstlichen US-Plains soll sich zum Wochenauftakt aufbessern. Der exzessive Regen und  Überschwemmungen ließen erhebliche Qualitätsbefürchtungen aufkommen. Analysten vermuten inzwischen aber, dass mögliche Schäden eingepreist sein könnten. Ohne ein ernsthaftes Problem bei der russischen Getreideernte ließen sich keine Risikoprämien mehr rechtfertigen, so Einschätzungen. Lokalen Medienberichten zufolge benötigen die Weizenbestände im südlichen Russland in den nächsten 8-10 Tagen aber dringend Regen. Der Weizen leidet dort unter hohen Temperaturen von um die 30 °C und mehr.
 
Russland hat die neue Zoll-Regelung für Weizenexporte zum 1. Juli 2015 offiziell beschlossen. Die Berechnung der Zölle ist an den Rubel und an einen Basis-Weizenpreis gekoppelt. Damit soll verhindert werden, dass der russische Weizenmarkt bei einem stärkeren Rubelverfall leergefegt wird. Analysten gehen davon aus, dass sich die Neuregelung erst im späteren Verlauf des Wirtschaftsjahres 2015/16 auswirken könnte. Zurzeit liegen die russischen Weizenpreise deutlich unter dem Schwellenwert.
 
Mais: Gedrückte Weizennotierungen und ein reduziertes Ethanol-Mandat der EPA für die USA ließen den Mais in Chicago etwas schwächer schließen. Die Tendenz ist schwach, denn im Wochenverlauf gab der Frontmonat knapp 4 Prozent nach. Auch die guten Wachstumsaussichten für die nächste US-Maisernte drückten auf die Stimmung. Im Markt kursierten zudem Vermutungen, dass die Maisernte in Argentinien deutlich größer als die vom USDA prognostizierten 24,5 Mio. t ausfallen könnte.
 
Der Matif setzen Positionsbereinigungen und Glattstellungen den Junitermin unter Druck. Der Kurs gab 3 €/t nach und fiel auf 151,50 €/t zurück. Im Wochenverlauf büßte der Frontmonat knapp 4 €/t ein. Am kommenden Freitag hat der Juni seinen letzten Handelstag. (St)
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