Märkte am Morgen: Getreide

Chicago zieht Matif nach unten

Weizen: Die Weizenmärkte in Übersee sind weiter auf Talfahrt. Weizen lässt in Chicago erneut Federn und schloss gestern bei 4,58 US-$/bushel mit 3 Cent im Minus. Innerhalb einer Woche sind die Notierungen damit um 23 Cent (4,8 Prozent) gefallen. Die schwachen US-Märkte und der starke Euro ziehen an der Matif den Weizen tiefer in den roten Bereich. Der September-Future verliert 1,50 €/t auf 163,50. Seit seinem Hoch am 11. Juni ist der September damit um mehr als 10 Prozent eingebrochen.

Enttäuschende Zahlen zum Export drücken die Stimmung in Chicago. In der vergangenen Woche wurden laut USDA 145.500 t Weizen verschifft, was weit unter den Erwartungen der Händler von 300.000 bis 500.000 t lag. In den südlichen Plains sind für die kommenden Tage starke Regenfälle vorhergesagt, durch die sich die Aussaatbedingungen im Herbst verbessern werden. In Russland werden gute Erträge gedroschen. Bei den bisher geernteten 22 Mio. t Weizen lagen laut Agrimoney die Hektarerträge um 3,6 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die EU exportierte im Juli 941.000 t Weichweizen, das waren 64 Prozent weniger als im Juli 2016. Aus Deutschland wurden 158.000 t ausgeführt. Frankreich exportierte 441.000 t und Rumänen 271.000 t. Wichtigster Abnehmer war Algerien mit 343.000 t, gefolgt von Ägypten (120.000 t) und Kuba (100.000 t). Die Gerstenexporte verringerten sich um 81 Prozent auf 171.000 t. Die Gerstenimporte, die fast ausschließlich aus der Ukraine stammten, verdreifachten sich auf 80.000 t. Mit 51.000 Tonnen gingen rund zwei Drittel der Lieferungen nach Spanien.

Mais: Auch der US-Mais kann sich der bärischen Grundstimmung nicht entziehen. Der September-Future gibt in Chicago um 1,4 Cent/bushel auf 3,63 US-$/bushel nach. An der Matif verliert der umsatzstärkste November-Future 1,25 €/t auf 163,75 €/t. Händler erwarten, dass das USDA in der kommenden Woche die Prognose für die US-Maiserträge senken wird. Die sich daraus ergebene niedrigere Produktionsmenge ist in den aktuellen Kursen bereits eingepreist.

Die EU 28 importierten im Juli mit 1,26 Mio. t Mais etwa ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Wichtigster Lieferant war die Ukraine mit 696.000 t. Größter Importeur war Spanien mit 334.000 t. Über die niederländischen Häfen wurden 339.000 t importiert, wobei ein großer Teil der Ware in andere EU-Staaten weitertransportiert wurde.

Die Maisexporte der Ukraine sind auf Rekordkurs. Im Juni wurden 1,9 Mio. t verschifft, das war doppelt so viel wie im Juli 2016. In den ersten zehn Monaten des Wirtschaftsjahres 2016/17 wurden bereits 20 Mio. t exportiert. Schon jetzt übersteigen damit die Ausfuhren die Menge aus dem Vorjahr 2015/16 (16,8 Mio. t) deutlich. Bis zum Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres könnten rund 21 Mio. t exportiert werden, berichtet UkrAgroKonsult. Die Ausfuhren in die EU konnten um 5 Prozent auf 8,9 Mio. t gesteigert werden. 3,3 Mio. t gingen nach Ägypten, 1,4 Mio. t nach China.

Euro/Dollar: Der Euro notiert heute Morgen mit 1,1878 US-$ erneut fester. (SB)
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